Deutsche Unternehmen kehren X/Twitter den Rücken

Veröffentlicht: 04.10.2023
imgAktualisierung: 04.10.2023
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 4 Min.
04.10.2023
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X-Logo auf Smartphone
© Evolf / Shutterstock.com
Laut einer Bitkom-Umfrage würde jede fünfte Firma erwägen, das eigene Profil auf der Plattform zu löschen.


Twitter, das seit Mitte dieses Jahres X heißt, und vor etwa einem Jahr vom Multimilliardär Elon Musk gekauft wurde, ist nicht mehr dasselbe. So haben nicht wenige Leute ihre Accounts bei dem Kurznachrichtendienst gelöscht. X soll derzeit zwischen 200 und 250 Millionen aktive Nutzer:innen haben – rund 12 Millionen weniger seit der Übernahme, heißt es bei Golem. Die neue CEO Linda Yaccarino erklärte, dass das Unternehmen voraussichtlich im kommenden Jahr erstmals profitabel wirtschaften werde. Auch sollen Werbekunden zurückgekehrt sein. 

Hierzulande scheint die Businesswelt der Plattform indes nicht länger besonders zugetan zu sein: 43 Prozent der deutschen Unternehmen, die X nutzen, hätten seit etwa einem Jahr ihre Postings reduziert oder diese gänzlich eingestellt. Dies ergab eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 600 Firmen, davon 192 Unternehmen mit X-Account.

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Jede fünfte Firma will ihren Account löschen

Neun Prozent der Unternehmen haben erst nach Musks Übernahme mit ihren Aktivitäten begonnen oder veröffentlichen seitdem mehr Beiträge. Bei etwas mehr als einem Drittel der Firmen hat sich an der Anzahl ihrer X-Postings nichts geändert. 

Einige der befragten Unternehmen sind offenbar jedoch gänzlich unzufrieden: 21 Prozent planen oder diskutieren aktuell, ob sie den Account beibehalten oder löschen. 2 Prozent wollen diesen noch innerhalb dieses Jahres entfernen, 12 Prozent im kommenden Jahr, 7 Prozent gaben keine Prognose ab, wann sie diesen Schritt gehen wollen. Bei der großen Mehrheit ist eine Löschung des Kontos aber kein Thema. Für 43 Prozent der auf Twitter aktiven Firmen sei die Plattform ein wichtiger Kommunikationskanal.   

In Bezug auf die Werbeaktivitäten haben 36 Prozent ihre Aktivitäten zurückgefahren, etwa ein Fünftel änderte nichts, 3 Prozent verstärkten die Maßnahmen bzw. haben damit begonnen. 29 Prozent haben weder vor noch nach der neuen Eigentümerschaft Werbung geschaltet.  

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Verunsicherung und mangelnde Kontrolle

Seitdem Twitter vom Tesla-Gründer geführt wird, gab es verstärkt Meldungen zu mehr Desinformationen, Hate-Speech oder auch Datenschutzproblemen auf der Kurznachrichten-Plattform. Etwa die Hälfte der Stellen aus dem Team, die beispielsweise gegen Fake-News rund um Wahlen vorgeht, werden laut Spiegel abgebaut. 

Dies hat auch Auswirkungen darauf, wie wohl sich Unternehmen bei X/Twitter fühlen: „Der Anstieg von Fake News, die Zunahme von Hate-Speech oder die Äußerung teils extremer politischer Haltungen haben bei vielen Unternehmen offenbar zu massiver Verunsicherung geführt“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.  Über die Hälfte ist der Ansicht, dass X zur gesellschaftlichen Spaltung beiträgt – und etwa ebenso viele finden, deutsche Firmen sollten sich ganz und gar abwenden. Drei Viertel aller Befragten, darunter auch die, die nicht in dem sozialen Netzwerk aktiv sind, fordern zumindest eine stärkere Kontrolle des Dienstes. 

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Hanna Behn

Hanna Behn

Expert/in für: Handel & Unternehmertum

Veröffentlicht: 04.10.2023
img Letzte Aktualisierung: 04.10.2023
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