Plastikflut beim Einkaufen? Es geht auch „GerneOhne“.

Veröffentlicht: 13.08.2021
imgAktualisierung: 13.08.2021
Geschrieben von: Ricarda Eichler
Lesezeit: ca. 4 Min.
13.08.2021
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GerneOhne Gründer
© Gerneohne.de
Der Online-Lebensmittelhandel boomt spätestens seit der Coronapandemie. GerneOhne ermöglicht diesen nun auch verpackungsfrei.


Das Thema Nachhaltigkeit spielt mittlerweile in praktisch allen Branchen eine Rolle. Im Lebensmittelhandel scheitert es jedoch oft an Hygienebestimmungen. Zwar gibt es Angebote wie Unverpackt-Läden und Öko-Kisten, doch sind diese zumeist regional beschränkt. Der neue Online-Shop GerneOhne versucht das Unverpackt-Konzept nun mit dem boomenden Markt für Online-Supermärkte zu vereinen. 

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Internationale Expertise 

Die Gründer von GerneOhne sind die drei Freunde Michael Sixl, Eduardo Castaneda und Sergey Gladyshev. Das internationale Trio konnte bereits im Vorfeld berufliche Erfahrungen im Lebensmittelversand sammeln. So lernten sich Eduardo Castaneda und Michael Sixl bei der Zusammenarbeit von Foodpanda und Foodora kennen und schätzen. Über gemeinsame Freunde trafen sie schließlich auf Sergey Gladyshev. Dieser arbeitete zuvor beim russischen Healthy Food Delivery LLC.

GerneOhne Portrait

„Uns vereint das Thema Umwelt. Gerade durch das letzte Jahr, in dem wir alle fast ausschließlich unsere Mahlzeiten zu Hause eingenommen haben und dadurch noch öfter im Supermarkt waren als sonst, haben wir uns fast täglich mit den Unmengen an Plastik auseinandergesetzt, die durch jeden Einkauf entstehen. Dadurch entstand der Wille gemeinsam etwas dagegen tun zu wollen.“ Auch die eigene Familie bot weiteren Anreiz für die Umsetzung eines nachhaltigen Konzeptes. So wollte insbesondere Familienvater Sergey Gladyshev daran arbeiten, seinen Kindern eine möglichst saubere Umwelt zu hinterlassen.

Diese Motivation gepaart mit ihrer Expertise im Liefer-Bereich führte zur Geburt von GerneOhne: „Wir hatten immer den Wunsch, Menschen in ganz Deutschland die Möglichkeit zu geben, unverpackt einkaufen zu können.“ Doch gerade in ländlicheren Gegenden konnten sich solche Ladenkonzepte bisher noch nicht so recht durchsetzen. Deswegen stand schnell fest: Ein Lieferdienst muss her.

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Bio-Lebensmittel im Mehrwegglas

Die Produkte bei GerneOhne decken dabei überwiegend Grundnahrungsmittel wie Mehl, Salz, Zucker, Nudeln, Nüsse, Tees und verschiedene Knabbereien ab. Auch aufgrund der einfacheren Lagerung wollen die Gründer zunächst im Trockensegment bleiben. Doch das Portfolio soll bald um Artikel aus dem Hygiene- und Haushaltsbereich erweitert werden.

Bei allen Produkten wird viel Wert auf die Bio-Zertifizierung gelegt. Die Preise sind dabei praktisch auf Supermarkt-Niveau. Das liegt vor allem daran, dass auf dem Weg vom Produzenten zum Kunden Zwischenschritte wie die Verpackung wegfallen und in großen Gebinden gekauft wird. 

Der Kunde erhält die Produkte dabei in wiederverwendbaren Gläsern, welche nach Nutzung versandkostenfrei zurückgesendet werden können. „Dank unseres geschlossenen Mehrwegsystems gehen wir davon aus, dass wir jedes Glas bis zu 100-mal nutzen können“ erläutert Michael Sixl. Die Gläser werden bei GerneOhne gründlich gereinigt, bevor sie den erneuten Versandweg antreten.  

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Sicherer und klimafreundlicher Versand

GerneOhne Portrait2

Eine besondere Hürde stellt aber die Sicherheit beim Versand von Gläsern dar. Schließlich sollen diese beim Kunden heil ankommen. Aktuell findet der Versand noch in stabilen Kartons mit abgetrennten Fächern statt. 

Doch um auch hier möglichst bald auf Einmal-Produkte verzichten zu können, ist eine neue Lösung bereits in Arbeit. Michael Sixl erzählt: „Wir testen aktuell Prototypen und arbeiten mit Unternehmen zusammen, die sich auf die Entwicklung von wiederverwendbaren Transportboxen für den Versandhandel spezialisiert haben. Es ist unser Plan, schon bald komplett auf die Kartons verzichten zu können.“

Besonders stolz sind die drei auch auf die Kooperation mit DPD, die bereits seit 2012 klimaneutral versenden. So kann auch der kostenfreie Rückversand der Mehrweggläser mit gutem Gewissen vereinbart werden. Selbst bei den Lieferanten versucht sich GerneOhne, für eine nachhaltige Lieferung starkzumachen. So werden einige der Waren mittlerweile in Mehrwegeimern geliefert. „Je mehr wir uns etablieren können, desto mehr haben wir die Möglichkeiten, andere oder neue Vereinbarungen mit Lieferanten treffen zu können.“

Der Start des Shops lief für Sixl, Castaneda und Gladyshev sehr zufriedenstellend. Aktuell kümmern sich die drei um alle Bereiche des Shops noch selbst. Doch bis zum Ende dieses Jahres soll hier noch ein Ausbau auf der Personalebene stattfinden. 

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Ricarda Eichler

Ricarda Eichler

Expert/in für: Nachhaltigkeit

Veröffentlicht: 13.08.2021
img Letzte Aktualisierung: 13.08.2021
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