Ukraine-Krieg lässt Konsumklima einbrechen – Experten fürchten Rezession

Veröffentlicht: 30.03.2022
imgAktualisierung: 30.03.2022
Geschrieben von: Michael Pohlgeers
Lesezeit: ca. 4 Min.
30.03.2022
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Leere Innenstadt mit zwei Menschen
© Heide Pinkall / Shutterstock.com
Die Verbraucherstimmung in Deutschland steht stark unter Druck: Nach den Corona-Einschränkungen hat der Ukraine-Krieg die Kauflaune deutlich gesenkt.


Die Verbraucherstimmung in Deutschland ist aufgrund des Ukraine-Kriegs massiv eingebrochen: Das Konsumklimabarometer des Forschungsunternehmens GfK sank im April um sieben Punkte auf -15,5 Punkte. Das ist der niedrigste Wert seit Februar 2021, als der harte Corona-Lockdown die Verbraucherstimmung belastete. 

„Steigende Verunsicherung sowie die Sanktionen gegenüber Russland haben vor allem die Energiepreise explosionsartig in die Höhe schnellen lassen und drücken damit spürbar auf die allgemeine Verbraucherstimmung“, erklärt GfK-Experte Rolf Bürkl dem Spiegel zufolge die aktuelle Situation. Die Verbraucher würden durch die stark gestiegenen Energiepreise „ihre Kaufkraft dahinschmelzen“ sehen. 

Damit haben sich auch die Hoffnungen aus dem Februar nicht erfüllt: Damals hatten Experten erwartet, dass sich mit den geplanten Lockerungen der coronabedingten Einschränkungen die Konsumstimmung erholen würde. „Mit Beginn des Ukraine-Kriegs hat sich dies jedoch schlagartig in Luft aufgelöst“, so Bürkl. Bis es zu einem Waffenstillstand mit anschließenden Friedensverhandlungen kommt, rechnet der GfK-Experte nicht mit einer nachhaltigen Erholung.

Die aktuelle Lage lässt auch die Angst vor einer Rezession aufkommen. Wie das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) prognostiziert, wird die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr deutlich langsamer wachsen oder sogar schrumpfen. Wie die Zeit berichtet, erwarte das IMK einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,1 Prozent. Im Dezember lag der erwartete Anstieg noch bei 4,5 Prozent. 

Sollte es zu einem Energieembargo kommen – entweder, weil Deutschland kein russisches Öl und Gas mehr annehme, oder weil Russland die Lieferung aussetzt – könnte das zu einer tiefen Rezession führen. „Grundsätzlich wäre ein Energieembargo natürlich eine politische Entscheidung, bei der zahlreiche Erwägungen einfließen. Wir wollen aber darauf hinweisen, dass die wirtschaftlichen und auch die sozialen Folgen mit höchster Wahrscheinlichkeit gravierend wären und die Wirtschaftspolitik bereit sein muss, entsprechend zu reagieren“, so Sebastian Dullien, wirtschaftlicher Direktor des IMK. Die Bundesregierung hat bereits ein Entlastungspaket auf den Weg gebracht, um die hohen Energiepreise abzufedern.

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N26: Keine Neukunden mehr in Italien

Die Online-Bank N26 hat wieder Ärger – dieses Mal in Italien. Dem Unternehmen werden von den Behörden Mängel bei der Geldwäschebekämpfung vorgeworfen. Jetzt darf N26 vorerst keine Neukunden in dem Land mehr annehmen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das Unternehmen habe am 28. März eine entsprechende Anordnung der italienischen Zentralbank erhalten. 

Auch in Deutschland hatte N26 mit Problemen zu kämpfen. Die Smartphone-Bank soll ihre Geldwäschekontrollen verbessern und darf nur noch maximal 50.000 neue Kunden pro Monat aufnehmen. Zudem zog das Unternehmen sich aus den USA zurück und hat dort 500.000 Konten geschlossen.

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Lidl steigt ins Cloud-Geschäft ein

Die Schwarz Gruppe hat nun tatsächlich den Schritt ins Cloud-Geschäft gewagt: Die Cloud-Dienste und Rechenzentren stehen unter dem Namen Stackit ab sofort auch externen Kunden zur Verfügung, verkündete die Gruppe der FAZ zufolge am Dienstag. Christian Müller, Vorstandsvorsitzender vom IT-Ableger des Konzerns, zufolge sei der Cloud-Dienst eine „souveräne europäische Alternative“ zu den außereuropäischen Anbietern, die derzeit den Markt dominieren.

Stackit lege großen Wert auf Datensicherheit und Datenschutz, betont das Unternehmen. Die Rechenzentren des Anbieters befinden sich komplett in Deutschland und Österreich und unterliegen vollständig dem europäischen Recht. Zu Beginn wolle die Schwarz Gruppe sich mit dem Angebot auf kleine und mittelständische Unternehmen aller Branchen und auf Tech-StartUps konzentrieren. 

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Michael Pohlgeers

Michael Pohlgeers

Expert/in für: Marktplätze

Veröffentlicht: 30.03.2022
img Letzte Aktualisierung: 30.03.2022
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