Homeoffice: Weniger Krankheit, mehr Überstunden

Veröffentlicht: 03.11.2022
imgAktualisierung: 03.11.2022
Geschrieben von: Christoph Pech
Lesezeit: ca. 3 Min.
03.11.2022
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Homeoffice
© Pheelings media / Shutterstock.com
Im Homeoffice fallen die Mitarbeiter seltener krankheitsbedingt aus- Das geht aus der Antwort der Bundesregierung an eine Anfrage der Linken hervor.


Wer öfter im Homeoffice arbeitet, fehlt seltener aufgrund von Krankheit. Das geht aus einer Befragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) aus dem Jahr 2021 hervor, wie die Bundesregierung auf Anfrage der Linksfraktion im Bundestag mitteilt. Sogenannte Telearbeiter fehlten im Jahr demnach durchschnittlich 7,9 Tage krankheitsbedingt – Beschäftigte, die nicht von zu Hause arbeiteten, dagegen 12,9 Tage. Auf der anderen Seite geben Beschäftigte im Homeoffice häufiger an, Überstunden zu machen.

Die Bundesregierung begründet die geringeren Krankheitsausfälle damit, dass Beschäftigte mit der Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, „häufiger ein hohes berufliches Anforderungsniveau, eine höhere Ausbildung, eine höhere berufliche Stellung und [...] deutlich häufiger geistige Tätigkeiten mit Informations- und Kommunikationstechnologien“ ausüben. Sie seien bei Bürotätigkeit seltener hohen physischen Belastungen ausgesetzt. Inwieweit aber Beschäftigte im Homeoffice trotz Krankheit öfter arbeiten – etwa bei Erkältungssymptomen oder Rückenschmerzen – führt der Bericht nicht aus. Die Antwort der Bundesregierung klärt nicht, ob Menschen im Homeoffice tatsächlich öfter krank sind, sondern lediglich, wie häufig sie tatsächlich krankheitsbedingt nicht arbeiten.

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Kaum Pausenausfälle im Homeoffice

Kaum einen Unterschied zwischen Homeoffice und Arbeitsstätte gibt es offenbar bei den Pausenzeiten. Knapp über 30 Prozent der Befragten geben an, dass Arbeitspausen häufig ausfallen – sowohl solche in Telearbeit als auch solche, die vor Ort arbeiten. Auch bei den gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten gibt es kaum nennenswerte Unterschiede.

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Homeoffice setzt sich durch

Die Kleine Anfrage der Linken forderte die Bundesregierung auf, ein generelles Bild über das Homeoffice als Arbeitsform darzulegen. Homeoffice sei eine „ambivalente Arbeitsform, die je nach Ausgestaltung für Beschäftigte ein größeres Maß an Souveränität und Selbstbestimmung am Arbeitsplatz und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bewirken kann. Gleichzeitig birgt sie auch die Gefahr von Entgrenzung und gesundheitsgefährdenden Arbeitsbedingungen“, heißt es im Vorwort der Linken.

Die Antwort der Bundesregierung – die nicht zwischen den Begrifflichkeiten Telearbeit und Homeoffice unterscheidet – zeichnet ein umfangreiches Bild über die veränderten Arbeitsbedingungen in den vergangenen Jahren. Etwa bezüglich des Umfangs in Deutschland: Hatten im Jahr 2015 noch 9,3 Prozent der Beschäftigten Homeoffice-Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber, waren es im Jahr 2021 32,6 Prozent. Die Pandemie hat sich an dieser Stelle als Transformationstreiber erwiesen. Die vollständige Antwort der Bundesregierung hat der Bundestag öffentlich gemacht.

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Christoph Pech

Christoph Pech

Expert/in für: Digital Tech

Veröffentlicht: 03.11.2022
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