Etwa die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland erhält Weihnachtsgeld

Veröffentlicht: 17.11.2022
imgAktualisierung: 17.11.2022
Geschrieben von: Corinna Flemming
Lesezeit: ca. 2 Min.
17.11.2022
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Weihnachtsmütze mit Geld
© Vera Petruk / Shutterstock.com
Gut die Hälfte aller Deutschen erhält Weihnachtsgeld. Allerdings gibt es große Unterschiede mit Blick auf die Tarifbindung.


Angestellte in Deutschland mit einem Tarifvertrag können sich zumindest kurzfristig über etwas finanzielle Entlastung freuen. Wie das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut anhand einer Online-Befragung unter mehr als 63.000 Beschäftigten herausgefunden hat, werden Beschäftigte in diesem Jahr höheres Weihnachtsgeld bekommen. Im Schnitt werden Mitarbeiter 2747 Euro erhalten und damit 2,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Inflationsrate von aktuell über 10 Prozent kann damit allerdings nur teilweise kompensiert werden.

„Angesichts historisch hoher Inflationsraten ist für viele Beschäftigte das Weihnachtsgeld so wichtig wie nie zuvor“, betont Prof. Dr. Thorsten Schulten, Leiter des Tarifarchivs des WSI. „Es schafft zumindest kurzfristig einen Puffer, um auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten reagieren zu können.“

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Betriebe ohne Tarifvertrag zahlen seltener Weihnachtsgeld

Wie aus der Studie des WSI hervorgeht, bekommen 79 Prozent der Angestellten in tarifgebundenen Betrieben eine Sonderzahlung zum Fest. Unternehmen ohne Tarifvertrag sind da deutlich sparsamer, hier können sich lediglich 42 Prozent über ein Weihnachtsgeld freuen. Thorsten Schulten sieht es als problematisch an, „dass vor allem Beschäftigte mit geringeren Einkommen, die eher in tariflosen Unternehmen arbeiten, deutlich seltener von einer Jahressonderzahlung profitieren“. Insgesamt erhalten 54 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland Weihnachtsgeld.

Neben der Tarifbindung gibt es weitere Faktoren, die den Erhalt eines Weihnachtsgeldes beeinflussen. Während in Westdeutschland 56 Prozent eine Sonderzahlung zum Fest erhalten, sind es in Ostdeutschland nur 43 Prozent. Auch ein unbefristeter Vertrag (54 Prozent) kann gegenüber einem befristeten Arbeitsverhältnis (48 Prozent) die Chancen auf Weihnachtsgeld erhöhen. Minimale Unterschiede gibt es auch immer noch unter den Geschlechtern. Laut der Untersuchung erhalten im Schnitt 55 Prozent der befragten Männer Weihnachtsgeld, bei den Frauen sind es 52 Prozent.

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Große Unterschiede bei der ausgezahlten Summe

Je nach Branche unterscheidet sich auch die Höhe des gezahlten Weihnachtsgeldes erheblich. Laut der Auswertung des WSI-Tarifarchivs unter 24 großen Branchen reichen die Sonderzahlungen bei den mittleren Entgeltgruppen von 250 Euro in der Landwirtschaft bis zu 3.715 Euro in der Chemischen Industrie. Dabei wird allerdings nur in den wenigsten Branchen ein fester Pauschalbetrag für das Weihnachtsgeld festgelegt. Oft werden die Sonderzahlungen als fester Prozentsatz vom Monatsentgelt berechnet.

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Corinna Flemming

Corinna Flemming

Expert/in für: Internationales

Veröffentlicht: 17.11.2022
img Letzte Aktualisierung: 17.11.2022
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