Miele will 2.000 Stellen streichen

Veröffentlicht: 06.02.2024
imgAktualisierung: 06.02.2024
Geschrieben von: Corinna Flemming
Lesezeit: ca. 3 Min.
06.02.2024
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ca. 3 Min.
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Miele-Geräte und Logo
© VladislavSokolovsky / Depositphotos.com
Bei Miele sollen an die 2.000 Jobs wegfallen. Außerdem scheinen sich Mars und Edeka wieder zu versöhnen und Meta macht die Anleger glücklich.


Guten Morgen!
Das sind die wichtigsten Branchenthemen am Dienstag:

  • Stellenabbau bei Miele
  • Mars-Produkte bald wieder bei Edeka?
  • Meta mit Umsatzwachstum

 

Das Traditionsunternehmen Miele steckt in der Krise und plant umfassende Veränderungen: So sollen bis zu 2.000 Stellen abgebaut werden, außerdem ist von der Verlagerung von etwa 700 Arbeitsplätzen von Deutschland nach Polen die Rede. Die Waschmaschinenproduktion in Gütersloh soll neu aufgestellt werden und es wird vermutet, dass diese möglicherweise aus Kostengründen nach Polen verlegt wird.

Das Wäschegeschäft gilt als stark defizitär. Die Mitarbeiter wurden über die geplanten Veränderungen bereits informiert. Die aktuelle Situation sei eine „Herausforderung, aber keine existenzbedrohende Situation“, heißt es von Miele-Sprecher Carsten Prudent bei der Wirtschaftswoche. Zusätzlich soll es Gerüchte über mögliche Standortschließungen geben, hier betont die Unternehmensführung aber, dass dies nicht geplant sei.

Miele, gegründet 1899, beschäftigt weltweit über 23.000 Mitarbeiter an 15 Produktionsstandorten, davon über 11.000 in Deutschland. Obwohl das Unternehmen 2022 einen Rekordumsatz von 5,43 Milliarden Euro verzeichnete, deutet die schwächere Nachfrage nach Haushaltsgeräten auf wirtschaftliche Herausforderungen hin. An einigen Standorten gab es im letzten Jahr bereits Kurzarbeit. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass der Rekordumsatz 2022 im vergangenen Jahr nicht wieder erreicht wurde, wobei konkrete Zahlen für 2023 noch nicht veröffentlicht wurden. Am heutigen Dienstag will Miele eine offizielle Erklärung zu den konkreten Plänen und Einschnitten im Unternehmen abgeben.

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Kommen die Mars-Produkte zurück in die Edeka-Regale?

Der langwierige Preiskampf zwischen Edeka und dem US-Nahrungsmittelkonzern Mars scheint vorbei zu sein, wie der Spiegel mit Verweis auf die FAZ berichtet. Mars-Produkte, insbesondere Kaugummis, werden wieder in den Regalen des Lebensmittelhändlers zu finden sein, und die Einführung weiterer Produkte wie Schokoriegel oder Whiskas-Tierfutter könnte bald folgen. Beide Unternehmen äußerten sich positiv über die Beendigung des Streits und betonten das Interesse an einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit.

Die Auseinandersetzung, einer der intensivsten Preiskämpfe im Lebensmitteleinzelhandel, dauerte viele Monate an. Hintergrund war die Preissteigerung von Mars im „deutlich zweistelligen Prozentbereich“, welche Edeka ablehnte. Daraufhin legte der Nahrungsmittelkonzern einen Lieferstopp ein, Edeka reagierte darauf mit dem Austausch von 450 Mars-Produkten gegen Waren anderer Hersteller. Dieser Konflikt ist bei Weitem nicht der einzige, den der deutsche Lebensmittelhandel aktuell erlebt. Edeka ist zusätzlich im Streit mit Kellogg's, dessen Produkte nicht im Sortiment zu finden sind, während auch Rewe zeitweise die Produkte des Zerealienherstellers aus den Regalen nahm.

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Meta weiter im Aufwind

Meta verzeichnete im letzten Quartal einen Umsatzanstieg von 25 Prozent auf 40,1 Milliarden Dollar und zahlt erstmals eine Dividende von 50 Cent. Der Gewinn stieg von 4,6 Milliarden auf 14 Milliarden Dollar. Anleger zeigten sich von den positiven Geschäftszahlen begeistert, der Aktienkurs der Facebook-Mutter stieg nachbörslich um über zwölf Prozent an. Auch bei Threads, Metas Alternative zu Elon Musks Twitter-Nachfolger X, läuft es weiterhin gut. Der Social-Media-Dienst konnte in den letzten drei Monaten 30 Millionen monatlich aktive Nutzer hinzugewinnen und zählt nun insgesamt 130 Millionen Nutzer, so wie Wirtschaftswoche.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

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Corinna Flemming

Corinna Flemming

Expert/in für: Internationales

Veröffentlicht: 06.02.2024
img Letzte Aktualisierung: 06.02.2024
Lesezeit: ca. 3 Min.
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KOMMENTARE
2 Kommentare
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Sigi
06.02.2024

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@Alexander: stimmt tatsächlich. ich wollte eben vor etwa einem Monat auf amazon Gefrierschrank kaufen, und war noch am Überlegen ob Miele oder Bosch, und sieh da: plötzlich alle Miele Geräte nicht mehr da. aber nicht nur bei amazon, sondern auch bei allen marketplace Anbietern, d.h.: amazon war offenbar mit Miele nicht einig und wollte dass Geräte auf Plattform nicht mehr verkauft werden.

geht ja ganz leicht: an alle Anbieter "routinemässige Kontrolle" verschicken, dass sie bis gestern Rechnungen über Telefon, Gas und gesunde Zähne vorlegen müssen, sonst sind sie zum Verkauf dieser Marke nicht mehr berechtigt.
Alexander
06.02.2024

Antworten

Es scheint noch nirgends berichtet worden zu sein, dass Amazon vor ca. 1 Monat sämtliche Miele-Produkte aus dem Prime-Angebot genommen hat, es gibt keine Waschmaschinen oder Geschirrspüler mehr, keine Kühlschränke und auch kein Zubehör wie bspw. TwinDos Waschmittel. Zum Cyber Monday waren noch viele Miele-Artikel mit Verkauf und Versand durch Amazon im Angebot, nun ist da gar nichts mehr. Da darf spekuliert werden, will Miele dort nicht mehr neben Midea und Co. verramscht werden und die Lieferung eingestellt oder hat Amazon bspw. wegen zu hoher EKs die Produkte entlistet, ähnlich wie es in den Supermärkten derzeit mit vielen FMCC Herstellern der Fall ist. Das wäre sicher mal eine Recherche wert, gerade da es Miele offenbar nicht gut geht und Amazon sicherlich eine recht große Umsatzquelle darstellt.