Konsumklima: Warum die Stimmung wieder schlechter wird

Veröffentlicht: 26.06.2024
imgAktualisierung: 26.06.2024
Geschrieben von: Hanna Behn
Lesezeit: ca. 2 Min.
26.06.2024
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Frau mit wenig Geld und Kleingeld im Portemonnaie
© MNyusha / Depositphotos.com
Der aktuelle Konsumklima-Index zeigt eine eingetrübte Verbraucherstimmung. Inflationsrate und Unsicherheiten belasten die Konsument:innen.


In den letzten vier Monaten stieg die Stimmung der Konsument:innen stetig. Doch die aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Growth from Knowledge (GfK) und des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen (NIM) zum aktuellen Konsumklima zeigt, dass sich die Laune nun wieder leicht eingetrübt hat. 

Der von den Marktforscher:innen ermittelte Indikator für das Konsumklima sank um 0,8 Zähler auf minus 21,8 Punkte, teilt das GfK mit. Damit entwickelte sich die Konsumstimmung schlechter als erwartet: Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirt:innen hatten mit einem Wachstum auf minus 18,9 Punkte gerechnet, heißt es in der Agenturmeldung.

„Die Unterbrechung des zuletzt verzeichneten Aufwärtstrends des Konsumklimas zeigt, dass der Weg aus der Konsumflaute mühsam werden wird und es immer wieder zu Rückschlägen kommen kann“, erläutert Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM. 

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Entwicklung der Inflationsrate sorgt für Unsicherheiten

Grund für die eingetrübte Stimmung sind Faktoren wie die Einkommensaussichten, die im Vergleich zum Vormonat schlechter ausfielen. Auch die Anschaffungsneigung nahm leicht ab und stagniert auf einem niedrigen Level. Demgegenüber hat die Neigung zum Sparen wieder zugelegt – und befinde sich ohnehin auf einem hohen Niveau. 

Einfluss darauf haben vor allem die steigenden Preise. Müssen private Haushalte mehr für Nahrungsmittel und Energie aufwenden, fehlen die finanziellen Mittel für größere Anschaffungen. „Die im Mai wieder etwas höhere Inflationsrate im Land sorgt für mehr Verunsicherung bei den Konsumenten“, ordnet Bürkl diese Entwicklung ein.  

Für eine nachhaltige Erholung der Konsumstimmung sei vor allem Planungssicherheit wichtig, da diese vor allem für größere Anschaffungen der Haushalte notwendig sei. „Und diese Planungssicherheit wird dann zurückkehren können, wenn zum einen der Preisauftrieb weiter gebremst wird, und zum anderen den Verbrauchern klare Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden“, so der Konsumforscher. Helfen könne eine klare Kommunikation der Regierungsparteien dazu, ob Verbraucher:innen mit Be- oder Entlastungen rechnen können.

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Aussichten eher trüb

Auf eine zügige konjunkturelle Belebung hoffen weniger Deutsche. Zwar rechnen die Verbraucher:innen mit einer Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte, doch sie werde wohl eher schwach ausfallen. 

Ob die Fußball-EM allerdings ein potenzieller Stimmungsheller sein könnte, ist noch nicht gewiss. Die Umfrage für die aktuelle Analyse endete nämlich bereits am 10. Juni – und damit noch vor dem Beginn der Europameisterschaft. 

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

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Hanna Behn

Hanna Behn

Expert/in für: Handel & Unternehmertum

Veröffentlicht: 26.06.2024
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