Ladendiebstahl: Händler erleiden Verluste von über vier Milliarden Euro

Veröffentlicht: 02.07.2024
imgAktualisierung: 02.07.2024
Geschrieben von: Corinna Flemming
Lesezeit: ca. 3 Min.
02.07.2024
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ca. 3 Min.
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Frau stiehlt Hose
© cunaplus / Depositphotos.com
Durch Ladendiebstähl sind deutschen Händlern im vergangenen Jahr Verluste von über vier Milliarden Euro entstanden. Ein besorgniserregender Trend. Außerdem: Bargeld verliert an Beliebtheit und Wefox scheint geretttet.


Guten Morgen!
Zum Start in den Tag gibt es die aktuellsten Meldungen aus der Branche im Überblick:

  • Milliardenverluste durch Ladendiebstahl 
  • Liebe zum Bargeld schwächelt
  • Wefox erhält neues Kapital

 

Der Einzelhandel leidet zunehmend unter Ladendiebstählen, die im letzten Jahr stark zugenommen haben. Eine aktuelle Studie des Handelsinstituts EHI beziffert den Verlust durch Diebstähle von Kunden, Mitarbeitern, Lieferanten und Servicepersonal auf 4,1 Milliarden Euro – ein Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Durchschnitt bleiben im Jahr rund 24 Millionen Ladendiebstähle im Wert von je 117 Euro unentdeckt, was rund 100.000 Ladendiebstählen pro Verkaufstag entspricht.

Der Anstieg der Ladendiebstähle konnte zwar bereits seit 2022 festgestellt werden – was als Normalisierung nach der Corona-Pandemie gewertet wurde – nun spricht der Studienautor Frank Horst laut dem Spiegel aber von einem Wendepunkt, der besondere Aufmerksamkeit erfordere. Von Ladendiebstählen besonders betroffen sind der Lebensmitteleinzelhandel, Drogeriemärkte und der Bekleidungshandel. Zu den häufigsten Diebesgütern zählen Alkohol, Accessoires, Speichermedien, Akku-Maschinen, Backwaren, Babybekleidung und Smartphones.

Wie aus der Studie hervorgeht, verursachen die Kunden mit 2,82 Milliarden Euro den größten Teil des Verlusts, gefolgt von Mitarbeitern mit 910 Millionen Euro und Personal von Lieferanten und Servicefirmen mit 370 Millionen Euro. Die entgangene Umsatzsteuer für den Staat beläuft sich auf etwa 560 Millionen Euro.

Um gegen die hohen Verluste durch Diebstahl vorzugehen, haben Händler im vergangenen Jahr bereits rund 1,55 Milliarden Euro investiert. Darunter fallen Maßnahmen wie Kameraüberwachung, Testkäufe und Mitarbeiterschulungen.

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Bargeld verliert an Beliebtheit

Die Nutzung von Bargeld bei Zahlungen in Deutschland nimmt ab. Laut Bundesbank wurden im letzten Jahr nur noch 51 Prozent der Zahlungen mit Scheinen und Münzen getätigt, sieben Prozentpunkte weniger als 2021. Stattdessen gewinnen Debitkartenzahlungen an Beliebtheit, deren Anteil auf 27 Prozent stieg. Mobile Bezahlverfahren wie Google Pay oder Apple Pay machen inzwischen sechs Prozent aller Zahlungen aus, ein Anstieg um vier Prozentpunkte gegenüber 2020, so ein Ergebnis der Studie, an der laut der Tagesschau rund 5.700 Menschen teilgenommen haben.

Im Vergleich zur vorherigen Studie hat sich vor allem die Akzeptanz von Karten- und Smartphone-Zahlungen von 60 auf 80 Prozent verbessert. Dennoch wünschen sich 63 Prozent der Deutschen, dass Bargeld auch in 15 Jahren weiterhin genutzt wird, vor allem wegen des Schutzes der Privatsphäre. Außerdem berichteten in der aktuellen Befragung fast 20 Prozent von Problemen beim Bezahlen mit Karte oder Smartphone.

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Rettung für Wefox durch neue Investitionen

Das Versicherungs-Startup Wefox hat in den letzten Monaten wegen drohender Insolvenz und möglichem Verkauf Schlagzeilen gemacht. Eine außerordentliche Generalversammlung brachte nun Klarheit und aller Voraussicht nach die Rettung: Wefox erhält 25 Millionen Euro frisches Kapital von Investoren, ein Verkauf ist vorerst vom Tisch. Mit dem Geld wird eine Umstrukturierung unterstützt, die den Rückzug aus dem deutschen Markt und die Fokussierung auf profitable Märkte wie die Niederlande, Österreich und der Schweiz vorsieht, berichtet Businessinsider zu den Plänen des Unternehmens.

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

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Corinna Flemming

Corinna Flemming

Expert/in für: Internationales

Veröffentlicht: 02.07.2024
img Letzte Aktualisierung: 02.07.2024
Lesezeit: ca. 3 Min.
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KOMMENTARE
2 Kommentare
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Ralf-Ternes
03.07.2024

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560 Millionen Euro an entgangener UST und der Staat tut nix. Aber wehe du hast in deiner Steuererklärung aus versehen ein paar hundert Euro vergessen.
Leon Lorenz
02.07.2024

Antworten

Bargeld ist gedruckte Freiheit und MUSS es auch bleiben!!