Auswirkungen von Produktfälschungen: Steuer- und Arbeitsplatzverluste in der EU

Veröffentlicht: 22.11.2016
imgAktualisierung: 22.11.2016
Geschrieben von: Julia Ptock
Lesezeit: ca. 3 Min.
22.11.2016
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Produktfälschungen sind ein ernsthaftes Problem. EU-Regierungen verzeichnen Steuerverluste in Milliardenhöhe. Und auch Arbeitsplätze sind betroffen.


Gefälschte Produkte waren schon immer ein Problem im Handel. Die Globalisierung und der E-Commerce tragen ihren Teil dazu bei. Doch wer hätte gedacht, dass die Ausmaße der Produktfälscherei so enorm sind? Laut einer neuen Untersuchung gehen den EU-Regierungen dreistellige Milliarden-Beträge an Steuern durch die Produktfälschungen durch die Lappen.

Copies of popular brands of women bags sold on the Barceloneta beach

Dino Geromella / Shutterstock.com

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Fälscherindustrie vernichtet Arbeitsplätze

Kunden sind verärgert, wenn sie Opfer von Produktfälschungen werden. Und tatsächlich kommt das gar nicht so selten vor – Produktfälschungen sind ein enorm großes Problem im Handel. Die Globalisierung hat ihren Teil dazu beigetragen. Der kürzlich erschienene Bericht "The risks of the online counterfeit economy" des Online-Markenschutzspezialisten NetNames, ein Tochterunternehmen der Corporation Service Company (CSC), hat in Zusammenarbeit mit dem Centre for Economic Policy Research (Cebr) das Ausmaß der Produktpiraterie untersucht. Die Ergebnisse sind erschütternd.

Laut des Berichts wird der globale Fälschungsmarkt auf einen Wert von 1,59 Billionen Euro geschätzt. Unternehmen müssen Umsatzeinbußen hinnehmen, da Kunden – immer wieder auch unwissend – Imitate kaufen. Dies hat nicht nur Folgen für die Unternehmen: EU-Regierungen gehen jedes Jahr bis zu 167 Milliarden Euro Steuereinnahmen verloren. Aber es sind nicht nur die fehlenden Steuereinnahmen, die den Ländern Sorgen bereiten. Die Produktfälscherei zieht weite Kreise. Weltweit sind bereits bis zu 2,5 Millionen reguläre Arbeitsplätze dadurch verloren gegangen, darunter allein 107.500 Arbeitsplätze in Deutschland - der höchste Wert innerhalb der EU.

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Globalisierung erschwert Überprüfung

Die Experten von NetNames sehen vor allem den wachsenden Welthandel als Treiber der Fälschungsindustrie. Die steigende Anzahl der Im- und Exporte erschweren es den zuständigen Aufsichtsbehörden, Warensendungen zu überprüfen und gefälschte Waren zu entdecken. Und auch die Ausweitung der Handelsbeziehungen ermöglicht es den Fälschern, komplexe Vertriebs-Netzwerke aufzubauen, wodurch der Ursprung der Ware versteckt werden kann und eine Rückverfolgung fast unmöglich wird.

"Während wir wissen, dass Fälschen ein zunehmendes, globales Problem ist, unterstreicht der Bericht deutlich dessen schockierende wirtschaftliche Auswirkungen auf die Märkte rund um den Globus. Produktfälschungen sind dabei nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesundheitliches und gesellschaftliches Problem - mit gefährlichen Imitaten, die die Gesundheit von Verbrauchern gefährden, und einer sehr besorgniserregenden Verbindung zwischen Produktpiraterie und organisierter Kriminalität", so Stuart Fuller, Director of Commercial Operations bei NetNames, in der Meldung. "Die Erkenntnisse müssen globale Marken und Vollzugsbehörden weiter dazu antreiben, eng zusammenzuarbeiten, um illegale Aktivitäten einzudämmen und die Innovation und den Wettbewerb zwischen Unternehmen zu schützen."

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Julia Ptock

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Veröffentlicht: 22.11.2016
img Letzte Aktualisierung: 22.11.2016
Lesezeit: ca. 3 Min.
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KOMMENTARE
1 Kommentare
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Max
23.11.2016

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Ich halte dies für nicht belegbaren Unsinn von Lobbyisten . Die Globalisierung kostet Arbeitsplätze bei uns und in der EU und zwar noch mehr als sich die meisten heute vorstellen wollen oder können.
Damit Produktfälschun gen hier Arbeitsplätze kosten können müssten 2 Annahmen zutreffen,
A. Das Original müsste hier produziert werden
Und noch viel Unwahrscheinlicher
B. Der Käufer des Plagiates würde wenn das Plagiat nicht verfügbar wäre ein Original kaufen.