Swisscom sperrt Tausende E-Mail-Konten wegen Spam-Gefahr

Veröffentlicht: 14.09.2016 | Geschrieben von: Giuseppe Paletta | Letzte Aktualisierung: 14.09.2016

Als präventive Maßnahme hat die Swisscom am Wochenende die E-Mail-Konten Tausender Kunden gesperrt, weil diese zu schwache Passwörter verwendet hätten. Die Kunden wurden durch die Aktion überrascht und konnten nicht auf ihre E-Mails zugreifen.

Swisscom sperrt tausende E-Mail-Konten

adiruch na chiangmai - © Fotolia.com

Zahlreiche Kunden des Schweizer Telekom-Konzerns Swisscom hatten am Wochenende keinen Zugang zu ihren E-Mail-Konten. Der Grund dafür war, dass die Swisscom nach eigenen Angaben präventiv die E-Mail-Accounts Tausender Kunden gesperrt hatte. Nach Meinung der Swisscom wären die betroffenen Konten zu einfach zu knacken gewesen und seien deshalb gesperrt worden.

Es ist bekannt, dass viele Nutzer im Internet für Anwendungen zu einfache Passwortkombinationen verwenden. Doch ob das als Grund ausreicht, eine Dienstleistung ohne Absprache mit den Kunden stillzulegen, ist fraglich. Zumindest dürften die Tausenden Kunden der Swisscom am Wochenende nicht erfreut gewesen sein, dass sie ihre E-Mails nicht abrufen konnten.

Swisscom hatte Angst vor "Blacklisting"

„Die Konten verfügten über einfache Passwörter“, sagte Swisscom-Sprecher Sepp Huber gegenüber der Handelszeitung. Die betroffenen Passwörter hätten mit wenig Aufwand geknackt werden können.

Bei Migrationsarbeiten habe die Swisscom die Konten der Kunden daraufhin getestet, ob sich diese für den Versand von Spammails missbrauchen lassen könnten. „Unsere Maßnahme war vorsorglich“, erklärte Huber die Aktion.

Dass die Kunden von der Aktion allerdings überrascht wurden, zeigten die zahlreichen Anrufe am Wochenende beim Kunden-Support der Swisscom. Die betroffenen Kunden hatten sich an den Kunden-Support gewandt, um zu erfahren, warum sie ihre E-Mails nicht abrufen konnten. Swisscom hat die Kunden nach eigenen Angaben via SMS und der Kunden-App „My Swisscom App“ informiert.

Swisscom selbst habe vermeiden wollen, auf sogenannte Sperrlisten von anderen Mailservern wie etwa von Google oder Yahoo zu landen, weil über die eigenen Mailkonten Spam verschickt würde.

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