Digital Tech Newsflash: Nächtlicher Alarm in ganz Dallas durch Hacker | Drohne für Rotes Kreuz | Adidas druckt Schuhe aus | Virtueller Rundgang durch Kölner Dom | Porsche und die Digitalisierung

Veröffentlicht: 10.04.2017 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 10.04.2017

Auch in der vergangenen Woche war aus technisch-digitaler Sicht wieder einiges los. Daher haben wir – wie gewohnt – die wichtigsten Themen aus der Hightech-Branche für Sie zusammengefasst. Mit dabei ist dieses Mal ein nächtlicher Hackerangriff, ein neues Hightech-Auto von Landrover, die digitale Zukunft von Porsche, die Digitalisierung des Kölner Doms sowie Schuhe aus dem 3D-Drucker. Wir fassen zusammen. 

Project Hero: Landrover mit Drohne
Project Hero: Landrover mit Drohne, Screenshot Webiste © Landrover

Hacker: Nächtlicher Alarm verunsichert Bewohner

Da dürfte einigen Einwohnern von Dallas das Herz in die Hose gerutscht sein: In der Nacht zum Samstag gingen gegen Mitternacht alle 156 Alarmsirenen der Stadt an. Das nächtliche Heulen der Sirenen wurde von Hackern ausgelöst, die sich Zugriff auf das lokale Notfallsystem verschafft hatten. Nach Angaben von Heise erfolgte der Alarm zwischen 23.40 Uhr und 1.20 Uhr Ortszeit, wobei „die Sirenen insgesamt etwa 15 Mal für jeweils 90 Sekunden“ ertönten. Wen wundert es da, dass Tausende verunsicherte Bürger der Stadt bei Polizei und Feuerwehr anriefen? In der Zwischenzeit hatten die Behörden immer wieder versucht, die Systeme herunterzufahren, um die Fehlalarme zu stoppen – ohne Erfolg, denn die digitalen Angreifer haben es immer wieder aktiviert.

Hightech-Auto mit Drohne für Rotes Kreuz

Die Digitalisierung hält nicht nur die Wirtschaft in Atem, auch der medizinische Sektor kann von Innovationen und Entwicklungen profitieren: So schraubt der Automobilhersteller Landrover derzeit an einem Geländewagen für das österreichische Rote Kreuz. Das Besondere an dem sogenannten „Project Hero“: Das Fahrzeug agiert zusammen mit einer Drohne, die während einer Einsatzfahrt vom Dach des Landrover Discovery starten und landen kann. Das Ziel: den Rettungskräften schon im Vorfeld Bilder vom Unfall- oder Katastrophenort zu schicken.

Auf diese Weise sind die Helfer in der Lage, sich schon vor dem Eintreffen ein Bild von der Lage (zum Beispiel vom Ausmaß eines Erdrutsches oder einer Lawine) machen zu können. Gesteuert wird das Luftgefährt übrigens mithilfe einer Tablet-App, wobei eine maximale Geschwindigkeit von 54 km/h erreicht werden kann. Die Landrover Auto-Drohnen-Kombi soll ab Juni in Trainingszentren in Wien und in der Steiermark getestet werden, schreibt Futurezone.

 

Digital durch den Kölner Dom

Der ein oder andere Leser hat es vielleicht noch nicht in die Domstadt Köln geschafft, um sich die beeindruckende Kathedrale aus nächster Nähe anzuschauen. Doch zum Glück gibt es die Wunder der modernen Technik! Denn dank des Projekts des WDR wird es ab dem 11. April 2017 möglich sein, sich den Kölner Dom auf einer virtuellen Besichtigungstour anzusehen.

Mithilfe der entsprechenden App, die auf Basis einer 360-Grad-Technik funktioniert, kann man sich „mitten im Gottesdienst neben den Organisten setzen, durch das Mittelschiff des Doms schweben oder Bereiche besuchen, in die man als realer Besucher nie kommt“, schreibt RP Online. Am eindrücklichsten sei diese Besichtigungstour, wenn man als Nutzer eine Virtual-Reality-Brille aufsetzt, in die das Smartphone eingeklemmt wird. Wir wünschen viel Spaß im Dom!

Virtueller Rundgang: Einblicke in die App zum Kölner Dom
Virtueller Rundgang im Kölner Dom, App: Bild: © WDR/StefanDomke, Screenshot RP Online

Adidas: Vom Drucker an die Füße

Der Sportexperte Adidas scheint künftig in großem Stil auf die 3D-Drucktechnik zu setzen. Wie Futurezone berichtet, hat das Unternehmen gemeinsam mit der US-Firma Carbon ein neues Verfahren entwickelt, um Schuhe mittels 3D-Drucker zu produzieren. Das wäre in sofern noch keine riesen Neuigkeit, da man mithilfe solcher Drucker mittlerweile schon fast alles erschaffen kann. Neu ist allerdings, dass die Schuhe nicht nur in kleinen Mengen verkauft, sondern in Serienproduktion gehen und somit in Masse unter die Kunden gebracht werden sollen.

In Zahlen heißt das: Schon in wenigen Monaten, genauer gesagt ab Herbst 2017, sollen etwa 5.000 Paare des Modells „Futurecraft 4D“ in die Regale kommen. Bis Ende 2018 sind alles in allem rund 100.000 Paar Schuhe aus dem 3D-Drucker angepeilt. Durch das moderne Druckverfahren kann die Produktion nicht nur grundsätzlich beschleunigt werden – auch die Individualisierung der Produkte ist ein riesiger Vorteil. Denn so kann beispielsweise die Zwischensohle der Treter auf das Gewicht, die Fußform und den Laufstil des jeweiligen Trägers angepasst werden.

Schuh aus dem 3D-Drucker, Screenshot Adidas-Website
Schuh aus dem 3D-Drucker, Screenshot Adidas-Website © Adidas

Digitalisierung: Porsche will es besser machen

Und noch ein Auto-Thema: In einem Interview mit der WirtschaftsWoche hat sich Porsche-Digital-Chef Thilo Koslowski ausführlich zur digitalen Strategie des Autobauers geäußert: „Das Auto muss Teil des digitalen Lebensstils werden. Künftig ist das Auto unser ultimatives mobiles Device“, sagt der Experte. Um dieser Entwicklung Vorschub zu leisten, will und muss Porsche sich überlegen, wie man die eigenen Strategien „digital erweitern“ könne. Dabei müssten nicht nur Prozesse, sondern auch Denkweisen oder auch die Zusammenarbeit mit Partnern neugestaltet werden.

Um an neue Ideen zu kommen oder neue Potenziale zu definieren, eröffnen viele andere Unternehmen beispielsweise Ideen-Labs. Doch dies, so Koslowski, sei zu wenig. „Das haben viele Autofirmen gemacht, sind aber nach ein oder zwei tollen Ideen wieder in die alten Denkmuster zurückgefallen und haben eigentlich nichts von diesen Ideen auf den Markt gebracht.“ Porsche will dies grundsätzlich anders machen und auf langfristige Digitalisierungskonzepte setzen. Na, mal sehen…

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