Universalschlüssel für Log-Ins: Verimi geht an den Start

Veröffentlicht: 10.04.2018 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 10.04.2018

Zehn europäische Unternehmen haben gemeinsam den Identifikationsdienst Verimi entwickelt. Die Datenplattform geht heute an den Start und soll den deutschen Nutzern ab sofort eine Alternative zu US-amerikanischen Großkonzernen wie Facebook und Google bieten.

Verimi Smartphone
© obs/Verimi/André Forner

Das Vorgehen ist bekannt: Internetnutzer landen auf einer fremden Website und können sich dort mit wenigen Klicks mit dem Facebook-Account oder der eigenen Gmail-Adresse registrieren. Den großen US-Konzernen werden dadurch jedes Mal ein paar neue Datensätze zugespielt. Um diese Datenhoheit aufzubrechen, haben sich im Frühjahr 2017 zehn Unternehmen zusammengeschlossen und gemeinsam die Plattform Verimi gegründet. Diese geht am heutigen Dienstag online und soll eine europäische Alternative zu Facebook und Google bieten.

Generalschlüssel für das Internet

Der neue „Universalschlüssel für das Internet“ funktioniert analog den Angeboten der US-Konzerne: Nutzer hinterlegen ihre Daten einmal auf Verimi, können sich anschließend auf externen Websites mit dem eigenen Account einloggen und die Informationen werden automatisch übertragen. So wird beispielsweise die Flugbuchung mithilfe weniger Klicks möglich.

Verimi setzt sich aus den folgenden zehn Gesellschaften zusammen, die zu gleichen Teilen an dem StartUp beteiligt sind: Allianz-Versicherungsgruppe, Axel-Springer-Verlag, Bundesdruckerei, Core, Daimler, Deutsche Bank, Giesecke + Devrient, Here, Lufthansa und die Deutsche Telekom.

Website Verimi
© Screenshot Verimi

Verimi soll digital Behördengänge möglich machen

Neben der Übertragung hinterlegter Daten und dem Single Sign-on-Verfahren, sollen User künftig auch Zahlungen unternehmen können. „Das ist der Weg dahin, eine abgesicherte digitale Identität für den Nutzer zu liefern“, wird Verimi-CEO Donata Hopfen auf heise.de zitiert. Mit Blick auf die bald vollständig Inkrafttretende DSGVO, garantiert Hopfen die „höchsten Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen“. Das Ziel von Verimi ist es unter anderem den Nutzern ihre „Selbstbestimmung“ zurückzugeben. „Mit den Daten passiert nichts, was der Nutzer nicht will.“

Aktuell lassen sich die Funktionen der Identifikationsplattform nur bei der Deutschen Bank, der Bundesdruckerei sowie drei weiteren StartUps einsetzen. Der Umfang soll in den kommenden Wochen und Monaten aber deutlich ausgeweitet werden und mit dem richtigen Sicherheitslevel künftig auch digitale Behördengänge ermöglichen. „Das höchste Level 4, bei dem man Personaldokumente hinterlegen kann, wollen wir bis zum Ende des Jahres aufgeschaltet haben“, betont Verimi-CTO Holger Friedrich.

Verimi, dessen Name sich aus dem englischen „verify me“ (zu Deutsch: verifiziere mich) zusammensetzt, ist mit einem Kapital von 50 Millionen Euro an den Start gegangen, derzeit laufen die Verhandlungen für eine zweite Finanzierungsrunde.

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