Kurzmeldung

Russland schaltet das Internet ab – testweise

Veröffentlicht: 12.02.2019 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 13.02.2019
Stecker ziehen

Russland übt den Ernstfall und will sich testweise vom Internet trennen. Mit dem Experiment will man „Erkenntnisse gewinnen und Feedback zu einem geplanten Gesetz liefern“, wie die russische Nachrichtenagentur RosBiznesKonsalting (RBK) laut Futurezone angekündigt hat. Hintergrund für die kurzzeitige Internetabschaltung ist ein neues Gesetz, welches die russischen Internetprovider im Falle eines feindlichen Hackerangriffs dazu verpflichtet, sich vom restlichen Internet abzukapseln, um „die Unversehrtheit des russischen Internet-Raumes“ zu gewährleisten. 

Traffic soll künftig lokal abgewickelt werden

Die russischen Internetprovider Megafon, Beeline, MTS und Rostelecom stehen dem neuen Gesetz zwar offen gegenüber, fürchten aber mögliche Probleme und Kosten, die auf sie zukommen könnten, wie die FAZ schreibt. Aus diesem Grund wurde nun dieser Test initiiert, um der Regierung die Fallstricke aufzuzeigen. Wann genau der geplante Internetaustritt vonstattengehen soll, ist nicht bekannt. Das entsprechende Gesetz befindet sich aktuell in der Begutachtungsphase, Änderungsvorschläge können noch bis zum 1. April eingereicht werden. Es kann also davon ausgegangen werden, dass der Test noch vor diesem Datum durchgeführt wird.

Neben dem Schutz vor möglichen ausländischen Hackerangriffen strebt Russland mit der Abkapselung vom restlichen Internet laut Futurezone aber noch ein ganz anderes Ziel an: Ähnlich wie Chinas Firewall will man ein eigenes System schaffen, wodurch sich das Land auch längerfristig vom Internet der restlichen Welt abkoppeln kann. Ab 2020 will die Regierung den gesamten Traffic bereits über die lokale Infrastruktur abwickeln.

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