Schutz vor Cyber-Attacken

EU plant eigene Cyber-Einheit gegen Hacker-Angriffe

Veröffentlicht: 24.06.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 24.06.2021
Cyber-Einheit

Ransomware-Angriffe haben gerade in der Corona-Pandemie zugenommen. Die EU-Kommission hat nun Empfehlungen an die EU-Staaten veröffentlicht, in denen sie eine gemeinsame Cyber-Einheit der Europäischen Union vorschlägt. Diese Eingreiftruppe soll Institutionen und Behörden bei der Abwehr von Cyber-Angriffen unterstützen. Gleichzeitig soll sie als gemeinsame Plattform für Strafverfolgungsbehörden, Diplomaten, staatliche Cybersicherheitseinrichtungen und Privatpersonen dienen, um den Informationsaustausch zu verbessern.

„Die jüngsten Ransomware-Angriffe sollten uns eine Warnung sein, dass wir uns vor Bedrohungen schützen müssen, die unsere Sicherheit und unsere europäische Lebensweise untergraben“, erklärte Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas. Schon bei ihrem Amtsantritt hatte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen eine Cyber-Einheit angekündigt. Netzpolitik weist darauf hin, dass schon zu Beginn der Corona-Pandemie in einem internen Bericht des Auswärtigen Dienstes der EU eine „dringende Verbesserung“ des Schutzes der Kommunikationsnetzwerke der EU gefordert wurde.

Koordinierte Reaktion auf Cyber-Angriffe

Ende Juni 2022 soll die neue Cyber-Einheit starten. Finanziert werde sie hauptsächlich aus dem Digital-Europe-Programm der Kommission. Federführend beim Aufbau der Einheit ist die Agentur der EU für Cybersicherheit (ENISA). Diese soll zudem später mit der Cyber-Einheit eng zusammenarbeiten. Darüber hinaus sollen weitere Organisationen und Institutionen beteiligt werden, darunter die Verteidigungs- und Außenministerien der Mitgliedstaaten sowie Europol. Die EU will im Kampf gegen Cyberkriminalität darüber hinaus auch enger mit den USA zusammenarbeiten, wie beide Seiten betonten.

Cyber-Attacken sind ein riesiges Problem

Ranswomware-Angriffe und andere Cyber-Attacken nehmen weiter zu und kosten mittlerweile Milliarden. Erst kürzlich fand eine Studie heraus, dass allein in Deutschland fast jedes zweite Unternehmen schon Opfer von Cyber-Angriffen war. Im Februar wurde CD Projekt Red – der Entwickler des Videospiels „Cyberpunk 2077“ – Opfer einer Ransomware-Attacke. Schlagzeilen machte auch der Angriff auf den US-Konzern Colonial Pipeline. Das Unternehmen betreibt eine der wichtigsten US-Pipelines, die aufgrund der Attacke zwischenzeitlich stillgelegt werden musste. Colonial Pipeline zahlte das Lösegeld, das vom FBI immerhin zu großen Teilen wieder sichergestellt werden konnte.

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