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Datenklau bei Rosneft: BKA ermittelt gegen Anonymous

Veröffentlicht: 14.03.2022 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 14.03.2022
Anonymous

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat wegen eines Hackerangriffs auf den Energiekonzern Rosneft Deutschland ein Verfahren eingeleitet und das Bundeskriminalamt (BKA) mit den Ermittlungen beauftragt. Hacker des Kollektivs Anonymous haben den Angriff durchgeführt und nach eigenen Angaben 20 Terabyte an Daten erbeutet und außerdem 59 Apple-Geräte aus der Ferne gelöscht. Aufgrund der Schwere des Vorfalls hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Cybersicherheitswarnung an weitere Unternehmen der Mineralölwirtschaft herausgegeben. Das berichtet der Spiegel.

Rosneft habe den Vorfall selbst dem BSI gemeldet und Strafanzeige erstattet. Aus Sicherheitsgründen habe man die Systeme vorerst vom Netz genommen, der Betrieb von Pipelines und Raffinerien sei aber nicht beeinträchtigt. Anonymous hat den Vorfall selbst publik gemacht und entsprechende Screenshots veröffentlicht. Man habe Rosneft angegriffen, weil der Konzern „im Zentrum von Putin und seinem engsten Zirkel“ stehe, erklärte Anonymous gegenüber dem Spiegel. „Deutschland und Europa haben sich in eine energiepolitische Abhängigkeit begeben zu einem Diktator und Kriegstreiber mit Schwurbelfantasien von einem großrussischen Reich“.

Erst nach zwei Wochen seien die Hacker in den Rosneft-Systemen aufgefallen. „Mit etwas mehr Zeit hätte man auch gern noch eine Kündigung an Schröder verschickt“, so die Hacker zum Spiegel. Kritische Infrastruktur sei nicht in Gefahr gewesen, betont Anonymous. Rosneft Deutschland war nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren für etwa ein Viertel aller Rohölimporte nach Deutschland zuständig.

Kreml-Propaganda via TikTok

In einer über Telegram koordinierten Kampagne sollen Influencer über TikTok Propaganda zum Ukraine-Krieg verbreitet haben. Anfang März haben mehrere TikTok-Stars aus Russland einen wortgleichen Text vorgelesen, der den russischen Angriff gegenüber der eigenen Bevölkerung rechtfertigt. In einem Telegram-Kanal sollen spezifische Vorgaben gemacht worden sein, welche Inhalte in welcher Form verbreitet werden, berichtet Vice. Nachdem der Betreiber des Telegram-Kanals von Journalisten kontaktiert wurde, seien dessen Inhalte verschwunden, genau wie viele Videos, die zur Kampagne gezählt werden. Ob die Influencer für die Verbreitung von Putins Propaganda bezahlt wurden, ist unklar.

Ukraine-Krieg: Bundesregierung plant App für Geflüchtete

Die Bundesregierung plant unter dem Namen „Germany for Ukraine“ eine App, die Geflüchteten aus der Ukraine einen Überblick über Hilfsangebote in Deutschland geben soll. Das sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Schon „in den nächsten Tagen“ soll die App fertig sein. Auf einen Blick sollen Geflüchtete über die Plattform herausfinden können, welche Hilfsmaßnahmen es wo gibt. Ein ähnliches Projekt gebe es bereits in Polen. Die Registrierung der Kriegsflüchtlinge findet schon jetzt elektronisch statt. Viele Unternehmen und Privatpersonen unterstützen Geflüchtete des Krieges.

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