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Giffey und der Deep-Fake-Klitschko – oder doch nicht?

Veröffentlicht: 27.06.2022 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 27.06.2022
Franziska Giffey

War es ein Deep Fake oder nicht? Seit Samstag sorgt ein Telefonat zwischen Berlins regierender Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und einem angeblichen Vitali Klitschko für Schlagzeilen. Dass es nicht der echte Klitschko war, war relativ früh klar, kurz nachdem das Gespräch öffentlich gemacht wurde, sah sich der Bürgermeister von Kiew genötigt, selbst ein Video-Statement abzugeben und klarzustellen, dass es sich um einen Betrug handelt.

Was genau war passiert? Giffey hatte am Samstag eine halbe Stunde lang mit dem falschen Klitschko gesprochen. Beziehungsweise mit dessen Dolmetscher und schon da hätte sie stutzig werden müssen, denn Klitschko spricht Deutsch und Englisch und benötigt keinen Übersetzer. Beendet wurde das Gespräch erst etwa eine halbe Stunde, nachdem es „eigenartige Wendungen“ nahm, wie die Taz schreibt. Es sei etwa darum gegangen, ob sich Ukrainer in Deutschland Sozialleistungen erschleichen. Neben Giffey fielen zwei weitere Bürgermeister – aus Madrid und Wien – auf den Fake herein.

Laut Senatssprecherin von Giffey habe es sich um einen Deep Fake gehandelt. Daran gibt es mittlerweile allerdings Zweifel. „Kontraste“-Journalist Daniel Laufer hat in einem Twitter-Thread Hinweise gesammelt, die die Deep-Fake-Theorie widerlegen könnten. Er hält es für möglich, dass jemand „einzelne Videoschnipsel aus dem Original (ein Klitschko-Auftritt von Anfang April, Anm. d. R.) schlau vorgeschnitten und sie in Echtzeit neu zusammengesetzt“ habe. Ruckler und Schwankungen in der Bildrate hätten die Übergänge kaschiert. Fehlende sichtbare Artefakte sowie Übereinstimmung von Mimik und Hintergrund würden gegen einen Deep Fake sprechen. Stattdessen wäre es ein sogenannter Shallow Fake oder Cheap Fake – technologisch weit weniger anspruchsvoll als ein Deep Fake.

G7-Gipfel: Serverdaten von Piratenpartei beschlagnahmt

Vor einigen Tagen wurden vertrauliche Dokumente der Polizei zum G7-Gipfel im Internet veröffentlicht. Die Staatsanwaltschaft beschlagnahmte daraufhin Daten von Servern der Piratenpartei, wie der Spiegel berichtet. Für die Veröffentlichung der Dokumente sei ein Service der Partei genutzt worden, über den öffentlich Dokumente geteilt werden können, heißt es von den Piraten. Geleakt wurden die Daten über eine andere Plattform, allerdings wurde dabei die CryptPad-Instanz – quasi ein Cloud-Dienst der Partei – genutzt. Die Piratenpartei wird im Zuge der Ermittlungen als „Dritte“ benannt. Die Ermittler gehen also offenbar nicht davon aus, dass die Partei selbst hinter dem Leak steckt. Anne Herpertz, Bundesvorsitzende der Piratenpartei, kritisiert den Vorgang dennoch: „Die Server mussten vom Netz genommen und uneingeschränkt alle Daten herausgegeben werden – oder die Server wären mitgenommen worden.“

Netflix verhandelt mit Google für werbefinanziertes Angebot

Um den Plan eines werbefinanzierten Abos voranzubringen, verhandelt Netflix derzeit offenbar mit mehreren Anbietern von Videowerbung, darunter NBCUniversal und Google. Gegenüber dem Wall Street Journal bestätigte ein Unternehmenssprecher die Gerüchte nicht, sagte aber: „Wir befinden uns noch in einem frühen Stadium der Entscheidung, wie wir eine preisgünstigere, werbefinanzierte Option einführen können, und es wurden noch keine Entscheidungen getroffen.“ Beide Unternehmen würden exklusive Werbepartnerschaften mit Netflix anstreben. Allerdings halte sich Netflix nach wie vor auch die Möglichkeit offen, die Werbevermarktung selbst zu übernehmen – durch entsprechende Zukäufe, wie Heise berichtet.

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