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Amazon-Studie

Deutsche tun sich schwer mit Digitalisierung

Veröffentlicht: 19.02.2020 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 19.02.2020
Senioren am Laptop

Der private und berufliche Alltag wird immer mehr von digitalen Technologien bestimmt. Doch viele deutsche Nutzer können solche Angebote nicht richtig nutzen und sind unsicher im Umgang, wie eine repräsentative Studie von Amazon und des Stifterverbandes zeigt. Für die Studie wurden 1.022 Menschen ab 18 Jahre am Telefon interviewt.

Drei Viertel fühlen sich digital unsicher

Demnach fühlen sich 70 Prozent der befragten Erwachsenen „weniger sicher“ im persönlichen Umgang mit digitaler Technologie. Das entspräche in der deutschen Gesamtbevölkerung rund 48 Millionen Bürgern. Dabei spielt auch die Frage des Bildungsabschlusses eine entscheidende Rolle: Bei Akademikern fühlen sich 63 Prozent unsicher, bei Menschen ohne Hochschulabschluss 71 Prozent. Auch jüngere Nutzer und Männer fühlen sich tendenziell sicherer als Ältere und Frauen. Auch andere Studien haben bei Frauen bereits eine kritischere Selbsteinschätzung bei digitalen Themen festgestellt.

Doch der Wille, diesen Lapsus zu beheben, ist da: Die Mehrheit der deutschen Befragten will in Sachen Digitalkompetenz dazu lernen. Rund drei Viertel gaben an, dass sie sich gerne digitale Grundfähigkeiten wie Internetrecherche aneignen würden. Ein Drittel ist sogar offen für speziellere Bereiche wie Programmieren oder Datenanalyse. 

Die meisten Nutzer bilden sich selbst weiter

Der Weg zu mehr Digitalkompetenz führt dabei vor allem über Eigeninitiative: Rund zwei Drittel der Bürger bilden sich selbst mit Büchern, Videos oder Apps weiter. Institutionen wie Vereine, Volkshochschulen oder kommerzielle Anbeiter werden jeweils nur von rund einem Drittel zur digitalen Wissensvermittlung genutzt. In der schulischen bzw. beruflichen Laufbahn gibt es ebenfalls gute Möglichkeiten, sich für digitale Themen fit zu machen: Vor allem an der Uni bzw. am Ausbildungsplatz würden solche Fähigkeiten gut vermittelt, heißt es in der Studie. In Kindergarten und Grundschule sehen viele Befragte hingegen noch Nachholbedarf. 

„Die Vermittlung wichtiger digitaler Fähigkeiten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die von Schulen allein nicht gestemmt werden kann. Mehr denn je braucht es auch eine engagierte Zivilgesellschaft und Wirtschaft“, erklärte Digitalstaatsministerin Dorothee Bär (CDU). Sie ist auch Schirmherrin der Förderinitiative „digital.engagiert“, die vom Stifterverband ins Leben gerufen wurde, um Digitalisierungsprojekte aus der Zivilgesellschaft zu fördern.

Wie kann die digitale Bildung verbessert werden?

Die Macher der Studie liefern auch konkrete Vorschläge für eine bessere Digitalbildung: 

  • Staatliche, private und zivilgesellschaftliche Bildungsakteure müssen enger zusammenarbeiten

  • Das Verhältnis von Online-Lernen und Präsenzlernen muss überdacht sowie analoge und
    digitale Lernangebote und -infrastrukturen besser verknüpft werden

  • Generell sei ein „Mindset von Kollaboration und Engagement“ förderlicher als ein Beharren auf Zuständigkeiten

Die Ergebnisse der Studie „Fähigkeiten für die digitale Welt – Engagement als Chance“ kann man hier runterladen und nachlesen.

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