Wächtermodus

Fahndungsfotos: Geparkter Tesla hilft Polizei nach Straftat

Veröffentlicht: 15.08.2022 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 15.08.2022
Tesla Fahrzeug

Der sogenannte Wächtermodus des E-Autobauers Tesla wurde als Sicherheitsfunktion für abgestellte Fahrzeuge konzipiert. Dabei nehmen die Autos fortwährend Aufnahmen ihrer Umgebung auf. Diese können einerseits eine abschreckende Wirkung haben und sollen andererseits helfen, potenzielle Straftaten – ob Vandalismus oder Diebstähle – rund um das Fahrzeug zu verhindern bzw. aufzuklären.

Obwohl die Funktion bei Datenschützern für Unmut und auch juristisches Gegensteuern sorgt, zeigt ein aktueller Fall aus München, dass die Umgebungsaufnahmen aus dem Fahrzeugsystem im Fall der Fälle auch bei polizeilichen Ermittlungen helfen können. So hat die Polizei in der bayerischen Hauptstadt im Rahmen einer Straftat erstmalig Fotos von Verdächtigen erhalten, die von eben einem solchen geparkten Tesla aufgenommen wurden. 

Weg der aufgenommenen Fotos unklar

Im konkreten Fall hatten Täter eine Seniorin in München bestohlen: Nachdem sie die Wohnung der Frau verlassen hatten, wurden Bilder der Trickbetrüger von einem Tesla aufgezeichnet, der in der Nähe parkte. „Durch das Vorbeigehen der beiden Männer wurde eine Videospeicherung ausgelöst“, heißt es nach Informationen des Bayerischen Rundfunks, die auch das Polizeipräsidium vor Ort bestätigte.

Unklar sei indes, wie genau die entsprechenden Aufnahmen in die Hände der Polizei gelangten. Auch das Münchener Präsidium habe hierzu mit Verweis auf laufende Ermittlungen keine Angaben gemacht. Die Fotos selbst seien nicht veröffentlicht worden, sondern lediglich intern im Zuge der Fahndung zum Einsatz gekommen.

Während der Fall der betrogenen Seniorin in Bayern der erste war, bei dem Aufnahmen eines Teslas genutzt wurde, gab es im Rest von Deutschland auch schon andere Fälle, in denen die Polizei auf Hilfe entsprechender Fotos zurückgriff, etwa im Fall massenhaft mutwillig zerkratzter Fahrzeuge.

Tesla: Kritik an anlasslosen Aufnahmen

Zwar mag der Grundgedanke, den Wächtermodus als Schutzfunktion zu nutzen, bei einigen Fahrzeughaltern gut ankommen, doch Datenschützer äußerten dazu immer wieder Kritik: Besonders stören sie sich daran, dass die Aufnahmen der Umgebung ohne speziellen Anlass erfolgen. Das System nimmt dauerhaft auf. Wird dann ein Ereignis registriert, das sich beispielsweise in der Annäherung von Personen oder etwa Erschütterungen äußert, speichert das Tesla-System die vergangenen zehn Minuten bis hin zum jeweiligen Vorfall ab. Die Daten würden dann auf einem USB-Stick innerhalb des Wagens gespeichert. 

Weil der Wächtermodus jedoch nicht nur potenzielle Täter, sondern auch arglose Passanten ohne deren Einverständnis aufnimmt, hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband jüngst Klage gegen den Autobauer erhoben.

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