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EU plant offenbar Untersuchung von Googles Werbegeschäft

Veröffentlicht: 21.06.2021 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 21.06.2021
Google Ads

Noch in diesem Jahr will die EU-Kommission offenbar eine formelle Untersuchung von Googles Werbegeschäft einleiten. Es geht dabei um mögliche Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht. Google soll seine Marktmacht gegenüber Werbekunden, Herausgebern und Rivalen ausnutzen. Das berichtet Reuters und bezieht sich dabei auf Informationen von Insidern. Das Werbegeschäft von Google sei derart marktrelevant, dass man es als Marktteilnehmer nicht umgehen könne.

Google nutze seine marktbeherrschende Stellung, um Gebühren zu verlangen und Konkurrenten aus dem Markt zu drängen. Allein 2020 habe Google 147 Milliarden US-Dollar mit Online-Werbung umgesetzt. Sowohl Google selbst als auch die EU-Kommission wollten sich zu dem Vorgang bislang nicht äußern. Laut eMarketer kontrolliert Google 27 Prozent der globalen Ausgaben für Online-Werbung, darunter 57 Prozent bei Suchanzeigen und zehn Prozent bei Display Ads.

Erst Anfang Juni belegte Frankreich den Konzern mit einer Strafe von 220 Millionen Euro wegen seiner marktbeherrschenden Stellung im Land. Die dortige Wettbewerbsbehörde stellte fest, „dass Google seine eigenen Technologien, die unter der Marke Google Ad Manager angeboten werden, eine Vorzugsbehandlung gewährt hat“.

Hälfte aller Anzeigen auf Fake-News-Seiten kommt von Google

Google ist für 48 Prozent aller Anzeigen verantwortlich, die auf Webseiten positioniert werden, die Fake News und Verschwörungstheorien verbreiten. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Market Forces: Quantifying the Role of Top Credible Ad Servers in the Fake News Ecosystem“ der Forscherinnen Lia Bozarth und Ceren Budak von der University of Michigan School of Information, wie T3n meldet.

Diese Einnahmen wiederum würden für Google und andere Werbeunternehmen nur einen Bruchteil ihrer Umsätze ausmachen – und darum könnten die Unternehmen eigentlich leicht drauf verzichten, so die Forscherinnen. Es gehe nur um etwa eine Million Dollar pro Monat. Das Abstellen von Werbung auf Falke-News-Seiten sei daher ein günstiger, aber wirkungsvoller Weg, um die Verbreitung von Fehlinformationen zu verringern.

Innenministerkonferenz will „Login-Falle“ für Hetzer

Hass und Hetze im Internet sind kein Kavaliersdelikt und sollen dementsprechend bestraft werden. Um die Urheber besser identifizieren zu können, haben die Innenminister von Bund und Ländern eine sogenannte „Login-Falle“ erdacht, so Heise. Die Betreiber von sozialen Netzwerken sollen demnach mit der Polizei zusammenarbeiten, um Verdächtige per IP-Adresse zu ermitteln, wenn sie sich erneut einloggen.

Die Falle werde aktiviert, wenn ein Hetzer durch den Provider gemeldet wird oder eine Beschwerde anderer Nutzer vorliegt. „Leider gibt es auch 2021 noch keine verlässlichen Werkzeuge, um Verfasser strafbewehrter Hetze verlässlich ermitteln zu können“, kritisiert der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD). Das NetzDG in seiner jetzigen Form sei noch immer nicht ausreichend, um Hass und Hetze wirksam zu bekämpfen.

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