Studie von Simon-Kucher & Partners

Streaming-Abos dürfen insgesamt nicht mehr als 30 Euro kosten

Veröffentlicht: 04.08.2022 | Geschrieben von: Ricarda Eichler | Letzte Aktualisierung: 04.08.2022
Streamingdienste auf Displays

Die Anzahl an Streamingdiensten wächst stetig – doch auch die Anbieter hinter diesen sind von der aktuellen geopolitischen Lage betroffen und ziehen derzeit nach und nach ihre Preise an oder erwägen, werbefinanzierte Modelle zu implementieren. Das Beratungsunternehmen Simon-Kucher & Partners befragte 1.026 Menschen in Deutschland zu ihrem Streaming-Verhalten. Das Ergebnis: nicht jeder ist gewillt, die Preiserhöhungen mitzumachen. 

Die Gesamtkosten sind entscheidender als einzelne Abos

Die Kosten für einzelne Abos dürfen je nach Qualität des Angebots zwischen zehn und 15 Euro rangieren. So ist für einen Großteil der Befragten ein Preis von zehn Euro zwar perfekt, aber bei besonders spannenden Inhalten wären auch höhere Preise, bis 15 Euro im Monat, durchaus annehmbar. 

Wichtiger als der Preis eines einzelnen Dienstes ist dabei die Summe an Ausgaben. So sind Zuschauer im Schnitt gewillt, im Monat einen Gesamtbetrag von 17 bis 30 Euro aufzubringen. Betrachtet auf die durchschnittlich 2,2 Abonnements pro Person, deckt sich dies mit den gewünschten Abogebühren von maximal 15 Euro für einzelne Dienste. Im Rahmen der aktuellen Preiserhöhungen, beispielsweise bei Amazon, würde jeder Zweite eine Erhöhung von 30 Prozent als zu hoch erachten und zum Kündigungsgrund nehmen.

Entscheidend sei dabei auch, ob der Kunde das Gefühl hat, einen hinreichenden Gegenwert zu bekommen. Da Amazon Prime neben Film- und Serienstreaming auch eine große Musikauswahl sowie die Versandvergünstigungen beinhaltet, brauche Amazon sich dahingehend so schnell keine Sorgen zu machen. Bedenklicher seien weitere Preissteigerungen derzeit eher für Netflix sowie Disney+.

34 Prozent kündigen Streamingdienste, um neue auszuprobieren

In Anbetracht der Vielzahl an Streamingdiensten, welche es mittlerweile gibt, können Zuschauer mit 2,2 Abonnements natürlich nur einen begrenzten Teil des Angebots wahrnehmen. Wie aus der Studie hervorgeht, ist daher mehr als jeder Dritte (34 Prozent) gewillt, einen Dienst zu kündigen, um dafür einen neuen zu abonnieren. 

„Längst geht es nicht mehr nur darum, Kunden zu gewinnen. Streaming-Anbieter müssen jetzt vor allem darauf achten, keine Kunden zu verlieren. Eine Entscheidung für einen Provider ist also nicht selten eine Entscheidung gegen einen anderen“, kommentiert Lisa Jäger, Partnerin und Global Head of Technology, Media & Telco bei Simon-Kucher & Partners die Studienergebnisse. 

„Die Zeit von ‚One fits all‘-Zahlmodellen ist vorbei.“

Damit Dienste weiterhin wirtschaftlich agieren können und dennoch möglichst wenig Nutzer einbüßen, wären zukünftig andere Bezahlmodelle denkbar. Eine Option, welche Netflix dabei demnächst einführen möchte, sind günstigere Abonnements, welche mit Werbeeinblendungen kofinanziert werden. 

Im Rahmen der Studie gaben aber auch 57 Prozent der Befragten an, eine Art Pay-on-Demand-Modell zu bevorzugen. Dabei würde lediglich für die Inhalte bezahlt werden, die man auch tatsächlich sieht. Der Nachteil ist hier natürlich, dass die Studios hinter den Streamingdiensten dann wahrscheinlich mit kleineren Budgets produzieren müssten und folglich die Qualität der Inhalte zurückginge.

Eine weitere Option würde für 44 Prozent der Studienteilnehmer ein kostengünstigeres Abo für einen begrenzten Zugriff darstellen. Dabei wäre das Monatsabo nicht mehr die Maßgabe. Wie Jäger schlussfolgert: „Die Zeit von ‚One fits all‘-Zahlmodellen ist vorbei.“

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