Studie Online-Lebensmittelhandel

Immer mehr Leute meiden stationären Einkauf von Lebensmitteln

Veröffentlicht: 10.03.2020 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 10.03.2020
Einkaufstüte mit Lebensmitteln

Immer mehr Leute kaufen ihre Lebensmittel online ein, zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Handelsforschung (IFH) Köln. Im Vergleich zu den vergangenen ein bis zwei Jahren kaufte gut die Hälfte (52 Prozent) der Leute, die schon mal online Lebensmittel erworben haben, deutlich häufiger auf diesem Weg ein. Grund für die Zunahme an Online-Bestellungen von Nahrungsmitteln sei laut der Studienautoren auch eine bewusste Entscheidung gegen einen Einkauf im Supermarkt. 

Coronavirus befördert Online-Lebensmittelkauf

Dieses Kaufverhalten werde durch die Entwicklungen rund um das Coronavirus noch bestärkt. Bereits jetzt müssen jene, die Lebensmittel online bestellen und sich diese nach Hause liefern lassen, mit längeren Wartezeiten rechnen. „Die Unsicherheiten bezüglich des neuartigen Coronavirus bricht das gewohnheitsmäßige Einkaufsverhalten in großem Maße auf und setzt den Online-Lebensmittelhandel für viele Konsument*innen in attraktiveres, neues Licht“, so Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsleitung am IFH Köln. 

Zuerst landen hierbei haltbare Produkte wie Nudeln, Konserven, Reis oder haltbare Getränke im Online-Warenkorb, frische Waren wie Obst und Gemüse hingegen kommen zum Schluss. Bei diesen steht die Sorge um die Produktqualität im Fokus: So können etwa Obst, Gemüse oder Backwaren nicht mit allen Sinnen begutachtet werden und auch eine mögliche Unterbrechung der Kühlkette ließe sich nicht kontrollieren.

IFH Köln

Online-Händler sollten Geschäftsmodell an Corona anpassen

Allerdings erfolge angesichts der zunehmenden Meldungen rund um das Coronavirus eine Neubewertung seitens der Konsumierenden: Die Lebensmittellieferung nach Hause ist oft nicht nur eine bequemere Option für den Wocheneinkauf, sondern aktuell auch die gefühlt sicherere Wahl, so die IFH-Einschätzung. Bedenken der Online-Einkäufer „sollten insbesondere zu Zeiten von Corona ein Ansatzpunkt für Händler und Hersteller sein, ihr Geschäftsmodell zu optimieren“, empfiehlt das Institut.

Für die IFH-Studie „Lebensmittel online – heute und 2030. Wie Kund*innen den (Gesamt-)Markt in Bewegung bringen“ wurden im Rahmen einer Onlinebefragung im November 2019 1.000 Lebensmittelkäufer zwischen 20 und 69 Jahren befragt sowie zusätzlich 500 Menschen aus Metropolregionen wie Berlin, Hamburg, München als Deep-Dive-Stichprobe betrachtet.

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