Der frühe Vogel

Deutsche Unternehmen: Erzeugerpreise so stark gestiegen wie seit Jahrzehnten nicht

Veröffentlicht: 23.08.2021 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 23.08.2021
Herstellerpreise: Unternehmer stehen an einem Tisch und kalkulieren Preise

Seit 46 Jahren sind die Preise der deutschen Hersteller nicht mehr so stark angehoben worden wie im Juli dieses Jahres. Diese Zahlen habe das Statistische Bundesamt am vergangenen Freitag nach Angaben einer Reuters-Meldung beim Handelsblatt vorgelegt. Demnach sind die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um deutliche 10,4 Prozent angewachsen. Eigentlich waren Ökonomen zuvor von einem Anstieg um 9,2 Prozent ausgegangen. „Ein größeres Plus gab es zuletzt im Januar 1975, als die Preise im Zusammenhang mit der ersten Ölkrise stark gestiegen waren.“ 

Die Situation am Markt treibt die Preise nach oben: Ob mit Blick auf Energie, Vorprodukte wie Holz und Stahl oder auch Aluminium – sowohl Engpässe beim Material als auch erhöhte Beschaffungskosten drücken auf die Prozesse und Zahlen vieler Unternehmen. So habe der Industrie- und Handelskammertag (DIHK) im Rahmen einer Umfrage unter knapp 3.000 Betrieben herausgefunden, dass 88 Prozent der hiesigen Unternehmen von höheren Einkaufspreisen belastet sind. Die direkte Folge aus dieser Entwicklung ist, dass zwei von drei der befragten Firmen gezwungen seien, diese spürbaren Kostensteigerungen auch auf die eigenen Kunden umzulegen.

Auch zu den Kostensteigerungen der einzelnen Ressourcen gibt es demnach Einzelheiten: Preise für Energie seien beispielsweise um durchschnittlich 20,4 Prozent angestiegen. Die Teuerung bei Vorleistungsgütern lag im Vergleich bei 15,6 Prozent. Während etwa Nadelschnittholz 111 Prozent mehr als noch im Juli des vergangenen Jahres kostete, lag das Preisplus im metallischen Bereich (Eisen-, Stahl- und Aluminiumschrott) bei 100 Prozent. „Die Produzentenpreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Inflation. Sie können damit einen frühen Hinweis auf die Entwicklung der Verbraucherpreise geben“, heißt es weiter.

Ebay Kleinanzeigen – neuer Name, große Pläne

Nachdem Ebay seine Sparten-Portale Ebay Kleinanzeigen und Mobile.de im vergangenen Sommer für rund 9 Milliarden US-Dollar an den skandinavischen Marktplatzbetreiber Adevinta verkauft hat, wurden nun kleine Details bekannt, wie es mit Ebay Kleinanzeigen weitergehen soll. Da das Kleinanzeigen-Portal bei vielen Verbrauchern trotz der Abspaltung noch immer mit dem Online-Marktplatz Ebay in Verbindung gebracht und gar verwechselt wird, soll es eine solche Verwechslung ab spätestens 2024 nicht mehr geben. „Für den Zeitraum von drei Jahren können wir den Markennamen Ebay Kleinanzeigen genauso führen, wie er ist – mit dem Logo und allem, was dazugehört“, wird Paul Heimann von Heise Online zitiert. Er leitet Ebay Kleinanzeigen seit 2019 als Geschäftsführer. Eine anschließende Rundumerneuerung dürfte demnach also anstehen.

Nach eigenen Angaben erreiche Ebay Kleinanzeigen satte 66 Prozent der hiesigen Internetnutzer und könne mehr als 45 Millionen Anzeigen aufweisen, wobei die Nutzer jeden Tag etwa eine Million neue Anzeigen auf das Portal stellen. Neben privaten Usern sei die große Reichweite von Ebay Kleinanzeigen mittlerweile aber auch für den geschäftlichen Bereich äußerst attraktiv: „Das ist natürlich auch hoch relevant für Leute, die unter anderem Immobilien oder Autos verkaufen. Das gilt auch für Menschen, die Dienstleistungen anbieten, für Handwerker vom Maler bis zum Fliesenleger“, kommentiert Heimann weiter. Im Sektor privater Gebrauchtwagenkäufe sei Ebay Kleinanzeigen sogar vor der Unternehmensschwester mobile.de sowie AutoScout24 die Nummer 1. Daneben seien Dienstleistungspakete für die professionelle Zielgruppe „inzwischen die wichtigste Einnahmequelle des Kleinanzeigen-Unternehmens“.

Neuen Lockdown soll es laut führenden Politikern nicht geben

Die kalten Monate rücken näher und damit auch die Befürchtungen vieler Menschen, dass es im Rahmen wieder steigender Corona-Zahlen über den Winter wieder zu neuen Schließungen des stationären Handels und Einschränkungen im öffentlichen Leben kommen könnte. Allerdings haben sich nun führende Köpfe aus der deutschen Politik zu Wort gemeldet und sich konkret gegen solche Maßnahmen ausgesprochen.

„Nach allem, was wir heute wissen, können wir einen neuen Lockdown für Geimpfte und Genesene vermeiden. Und das heißt auch: Restaurants und Geschäfte können im Winter offen bleiben“, wird Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier von der CDU beim Handelsblatt zitiert.

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