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Gastartikel

Fakten über den französischen E-Commerce für Ihre Expansion

Veröffentlicht: 08.03.2019 | Autor: Redaktion | Letzte Aktualisierung: 08.03.2019
Paris

Frankreich ist nicht nur der aktuelle Fußball-Weltmeister, sondern auch eines der wichtigsten Länder für den E-Commerce. Die „Grande Nation“ steht auf Platz 6 der größten Online-Märkte weltweit. In Europa liegen nur Deutschland und das Vereinigte Königreich weiter vorne. Deshalb sollten Online-Händler diesen großen Absatzmarkt in jedem Fall in ihre Überlegungen einbeziehen. Um sie bei Ihrer internationalen Expansion zu unterstützen, geben die Experten von InterCultural Elements Händlern einige wichtige Fakten über den E-Commerce in Frankreich an die Hand.

Der französische Online-Handel wächst von Jahr zu Jahr. Über 37 Millionen Kunden haben im Jahr 2017 insgesamt 81,7 Milliarden Euro online ausgegeben, das sind 14 % mehr als noch 2016. Innerhalb von zehn Jahren ist der jährliche Warenkorb von 763 Euro im Jahr 2007 auf 2.184 Euro im Jahr 2017 angewachsen.

Beliebte Marktplätze in Frankreich

Wie in vielen anderen Ländern ist Amazon der größte Online-Marktplatz in Frankreich. Im Jahr 2016 besuchten 45,1 % aller Franzosen diesen Shop. Allerdings ist die Bedeutung lokaler Marktplätze in Frankreich nicht zu unterschätzen. Egal, ob aus Patriotismus oder aus dem Wunsch heraus, französische Unternehmen zu unterstützen – Franzosen shoppen gerne auf heimischen Marktplätzen. Das führt im Vergleich zu anderen Ländern zu einer stärkeren Zersplitterung des E-Commerce. Mit einem Anteil von 32 % aller Franzosen erhielt Cdiscount nach Amazon die meisten Website-Besucher. Knapp darauf folgt der Marktplatz Fnac mit einem Anteil von 25,5 %. Auch Ebay ist in Frankreich vertreten, hat jedoch einen wesentlich kleineren Marktanteil als die örtlichen Marktplätze.

Cdiscount: Der größte Konkurrent für Amazon in Frankreich ist Cdiscount. Wie der Name schon andeutet, bietet Cdiscount Rabatte auf eine Vielzahl von Produkten, allerdings sollte man nicht daraus schließen, dass es sich hier um Billigware handelt. Verkäufer, die Produkte zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten können, werden es hier leicht haben. Besonders die Kategorien Elektronik, Haushalt & Garten, Spielzeug und Markenmode sind gefragt. Der Marktplatz bietet eine eigene Logistiklösung an, die ähnlich funktioniert wie Amazon FBA. Cdiscount behauptet von sich selbst, der am schnellsten wachsende Marktplatz Frankreichs zu sein, und die Statistiken bestätigen dies.

Fnac: Fnac ist eine große französische Handelskette, die sich auf den Vertrieb von Unterhaltungsmedien spezialisiert hat. Der Marktplatz fnac.com ist noch relativ jung, er wurde erst 2009 eröffnet. Umso beeindruckender ist die rasante Entwicklung zum drittstärksten Marktplatz Frankreichs mit einem Kundenstamm von 20 Millionen innerhalb von so kurzer Zeit. Aktuell ist Fnac neben Frankreich in drei weiteren europäischen Ländern vertreten: Belgien, Portugal und Spanien.

La Redoute: Von den hier vorgestellten Marktplätzen hat La Redoute die längste Geschichte und den höchsten Bekanntheitsgrad unter französischen Kunden. Das bereits 1837 gegründete Mode- und Versandhaus ist in Frankreich der Marktführer in den Bereichen Bekleidung und Einrichtungsgegenstände mit mehr als 7 Millionen Website-Besuchern monatlich. La Redoute liefert weltweit in über 100 Länder. In mehr als 26 Ländern hat La Redoute sogar eine eigene Website bzw. bietet Produkte bei einem Partner vor Ort an. Da La Redoute generell eher Produkte am oberen Ende der Qualitäts- und Preisskala anbietet, sind die Hürden für diesen Marktplatz auch höher im Vergleich zu anderen Marktplätzen. Hier sind besonders Marken aus den Bereichen Sport, Spielzeug, Beautyprodukte, High-Tech sowie Kindermode gefragt. Auch Händler, die bekannte Marken führen, sind gerne gesehen. Üblicherweise muss man von La Redoute eingeladen werden, um sich für den Verkauf seiner Produkte auf dem Marktplatz registrieren zu können, und Verkäufer müssen mindestens 30 verschiedene Produkte anbieten können.

Anforderungen an Verkäufer

Wer seine Produkte auf französischen Marktplätzen anbieten möchte, sollte Kreditkartenzahlungen akzeptieren. Französische Käufer bezahlen am liebsten mit ihrer Kreditkarte, gefolgt von PayPal. Außerdem shoppen Franzosen eher ungern auf Mobilgeräten, weshalb Verkäufer sich voll und ganz auf Desktop-Verkäufe konzentrieren können.

Für die genannten französischen Marktplätze benötigt man nicht nur französische Produktbeschreibungen, sondern muss zudem Kundenservice auf Französisch anbieten können. Falls Sie selbst kein französischsprachiges Personal haben, ist das jedoch kein Grund zur Verzweiflung. Etablierte Agenturen mit langjähriger Erfahrung bieten Hilfe beim Einrichten der Konten, der Übersetzung der Produktbeschreibungen sowie dem Hochladen der Artikel bis hin zum Kundenservice in der Landessprache.

Über die Autorin

Franziska Patzer arbeitet seit 5 Jahren als Übersetzerin und Account Managerin bei InterCultural Elements. In ihrer Freizeit bereist sie gerne die Länder, mit denen sie bei der Arbeit täglich zu tun hat.

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