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Netzüberlastung wegen Coronakrise

Dreht die Schweiz Netflix bald den Saft ab?

Veröffentlicht: 18.03.2020 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 24.03.2020
Streamingdienste

Auch in der Schweiz herrscht seit Montag der Ausnahmezustand. Die Bevölkerung ist angehalten, zuhause zu bleiben, was bereits jetzt das Netz der Swisscom auf eine echte Belastungsprobe gestellt hat. Die Nutzung der Telekommunikationsdienste ist enorm angestiegen, stellenweise kam es zu ersten Ausfällen. 

„Eine punktuelle Überlast kann in dieser außerordentlichen Lage zurzeit grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden. Wir gehen davon aus, dass die Menschen in der Schweiz wegen der außerordentlichen und sich laufend ändernden Lage ein deutlich erhöhtes Austauschbedürfnis haben. Sie telefonieren deutlich mehr und auch länger – über Mobile und Festnetz“, erklärt Swisccom-Sprecher Armin Schädeli laut Golem.

Abschaltung von Videostreaming nicht ausgeschlossen

Der Bundesrat appelliert deswegen nun an seine Bürger und ruft sie dazu auf, datenintensive Dienste wie eben das Streamen von Videos nicht übermäßig zu nutzen. Man wolle die Ressourcen für wichtige Dienste freihalten. „Sollten gravierende Engpässe entstehen, hat der Bund die Möglichkeit, nicht versorgungsrelevante Dienste einzuschränken oder zu blockieren“, so Golem weiter. 

Diese Maßnahme könnte konkret auch eine Blockade von Netflix oder anderer Streaminganbieter bedeuten. „Was die Abschaltung von Videostreaming angeht, so kann ich dazu folgendes sagen: In außerordentlichen Lagen bestimmt gemäß Artikel 47 Fernmeldegesetz der Bundesrat, welche Leistungen die Anbieterinnen von Fernmeldediensten zu erbringen haben“, betont Armin Schädeli. Swisscom arbeite aktuell an Kapazitätserweiterungen und ruft gleichzeitig auch die Kunden auf, verantwortungsvoll im Umgang mit den Telekommunikationsnetzen zu sein.

Telefónica erhöht die Surfgeschwindigkeit

Auch das Telekommunikationsunternehmen Telefónica reagiert auf die Auswirkungen der Coronakrise und hebt für O2-Kunden die Drosselung an. Wie das Unternehmen in einer Meldung bekannt gab, werde man „die Surf-Geschwindigkeit nach Verbrauch des inkludierten Datenvolumens auf 384 Kbit/s“ anheben. Die Maßnahme gilt vorbehaltlich bis Ende April und soll die Grundkommunikation der Privat- und Geschäftskunden von O2 sicherstellen.

„Gerade jetzt tragen wir als Mobilfunkanbieter eine große Verantwortung: Unsere Kunden sind mehr denn je darauf angewiesen, über unser O2 Netz alle wesentlichen Informationen rund um COVID-19 zu erhalten und trotz räumlicher Distanz mit Familie, Freunden und Geschäftspartnern engen Kontakt zu halten“, erklärt Markus Haas, CEO von Telefónica Deutschland.

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