„Unfair gegenüber kleinen Geschäften“

Amazon stoppt seine Black-Friday-Kampagne in Frankreich

Veröffentlicht: 02.11.2020 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 22.04.2021
Amazon Logistikzentrum

Frankreich hat als Antwort auf die steigenden Corona-Zahlen erneut den Lockdown verhängt und damit die Schließung aller nicht-essentiellen Geschäfte angeordnet. Vergangenen Freitag traten die Einschränkungen zur Bekämpfung von Covid-19 in Kraft. Amazon hat nun seine Werbekampagne für den Ende November stattfindenden Black Friday eingestellt, meldet unter anderem EcommerceNews.eu

Black-Friday-Kampagne „in der aktuellen Situation nicht angebracht“

Die französische Regierung hatte zuvor erklärt, dass die Kampagne in der aktuellen Lage unfair gegenüber kleinen Geschäften sei, die von dem zweiten Lockdown betroffen sind. Die Wirtschaftsstaatssekretärin Agnes Pannier-Runchaer habe Amazon darum gebeten, die Kampagne zu beenden. „Es ist einfach in einer Situation, in der 200.000 Geschäfte ihre Türen schließen müssen, nicht angebracht“, so Pannier-Runchaer gegenüber Europe 1 Radio. 

Amazons Black-Friday-Kampagne war für den Zeitraum von 26. Oktober bis 19. November geplant. 

Amazon war auch im ersten Lockdown betroffen

Bereits im ersten Lockdown zu Beginn der Coronakrise war das Verhältnis zwischen Amazon und den französischen Behörden angespannt. Der Online-Konzern musste damals einige seiner Logistikzentren schließen, weil es mit Gewerkschaften zu Auseinandersetzungen hinsichtlich der Sicherheitsmaßnahmen gekommen war. Sechs Amazon-Lager mussten letztlich für mehrere Wochen den Betrieb einstellen. 

Amazon ist aber nicht der einzige Händler, der auf die aktuelle Entwicklung in Frankreich reagiert: Weil auch Buchhandlungen für mindestens zwei Wochen schließen müssen, gab es Proteste. Die französische Handelskette Fnac Darty hat deshalb angekündigt, ihre Buch-Abteilung für die nächsten Wochen aus Solidarität schließen zu wollen.

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