Privacy Sandbox

Auch unter Android: Google wird das Werbetracking einschränken

Veröffentlicht: 17.02.2022 | Geschrieben von: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 05.07.2022
Google

Google will das Werbetracking auf Android-Smartphones einschränken und neue Werbemöglichkeiten entwickeln. Das hat der Konzern am Mittwoch angekündigt und in diesem Zuge die Entwicklung der so genannten Privacy Sandbox für Android angekündigt. Diese Initiative ist bereits im Chrome-Browser der Google-Gradmesser für die Abschaffung von Drittanbieter-Cookies. Digitale Werbung spiele für ein funktionierendes App-Ökosystem – 90 Prozent der Apps im Play Store sind kostenlos – zwar eine wichtige Rolle, die Funktionsweise müsse jedoch optimiert und der Datenschutz verbessert werden.

Für mehr Kontrolle auf Nutzerseite sorgt eigentlich die Werbe-ID mit verschiedenen Kontrollmöglichkeiten, „aber wir denken, dass es wichtig ist, noch weiter zu gehen“, erklärt das Unternehmen. Neue Werbelösung sollen ohne App-übergreifende Identifier auskommen und die Weitergabe von Nutzerdaten an Dritte beschränken. Mit neuen Technologien soll zudem gegen unbemerkte Datenerhebung vorgegangen werden. Entwickler können ab sofort Feedback zu Googles Vorschlägen geben. Bis Jahresende soll eine Betaversion der mobilen Privacy Sandbox veröffentlicht werden. Als Übergangsfrist setzt sich Google zwei Jahre.

Darum macht Google es anders als Apple

Mit der Initiative schlägt Google einen ähnlichen Weg ein wie Apple, geht dabei aber weniger rigoros vor. „Wir wissen, dass andere Plattformen einen anderen Ansatz für Ads Privacy gewählt haben, beispielsweise dadurch, dass sie vorhandene Tools, die von Entwickler:innen und Werbetreibenden verwendet werden, unverblümt einschränken. Wir sind der Meinung, dass solche Strategien ineffektiv sein können, den Datenschutz beeinträchtigen und zu schlechteren Ergebnissen für Entwickler:innen führen, wenn nicht zuerst eine alternative Technologie angeboten wird“, erklärt der Konzern mit unverhohlenem Seitenhieb auf den Konkurrenten.

Man wolle stattdessen an effektiven und datenschutzfreundlichen Lösungen arbeiten und Entwicklern sowie Unternehmen entsprechende Tools an die Hand geben. Man werde für die Entwicklungen der Sandbox eng mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten und eigene Produkte nicht bevorzugt behandeln.

Meta freuts nicht

Einer der großen Leidtragenden des Vorstoßes dürfte der Facebook-Konzern Meta sein. Anfang des Monats erlitt Meta den größten Verlust der Börsengeschichte, nachdem man schwache Geschäftszahlen präsentieren musste. Einer der Hauptgründe dafür: Apple arbeitet an mehr Privatsphäre auf seinen Smartphones, personalisierte Werbung lässt sich schwieriger platzieren. Allein dieser Umstand sorge bei Meta für Verluste von etwa zehn Milliarden Euro in diesem Jahr. Wenn nun auch der zweite große Mobile Player die Möglichkeiten von Werbeanzeigen einschränkt, sind Verluste für Meta vorprogrammiert. Der Aktienkurs verlor am Mittwoch weitere zwei Prozent, berichtet die FAZ.

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