Video der Woche

The Female Company kämpft mit Perioden-Wäsche gegen häusliche Gewalt

Veröffentlicht: 17.06.2022 | Geschrieben von: Ricarda Eichler | Letzte Aktualisierung: 17.06.2022
Stefanie Giesinger und Ines Anioli für The Female Company

Content-Warnung: häusliche Gewalt

Das Thema häusliche Gewalt kochte während der Coronapandemie enorm hoch. Viele Partner sahen sich auf einmal mit viel mehr Zeit gemeinsam in den eigenen vier Wänden konfrontiert. Laut einer Pressemiteilung von The Female Company vermeldete die Hilfsorganisation Weisser Ring e.V. einen Anstieg von 20 Prozent bei gemeldeten Fällen häuslicher Gewalt. Ein neuartiges Problem ist es deswegen natürlich leider nicht. 

Das auf Menstruations-Produkte spezialisierte Unternehmen The Female Company möchte Opfern häuslicher Gewalt nun ein zusätzliches Hilfsangebot bieten, da, wo Täter eher selten nachsehen: Ein QR-Code in einer Perioden-Unterhose verlinkt dabei zu einer Website, über welche Betroffene sich informieren sowie Anzeige erstatten können. 

Model Stefanie Giesinger und Komikerin Ines Anioli im Video

Im Video treten das Model Stefanie Giesinger und die Komikern Ines Anioli auf und weisen darauf hin, mit welchen Traumata Betroffene häuslicher Gewalt zu kämpfen haben. Smartphone, Bett, Make-up – für viele ganz normaler Alltag, für manche leider Ort der Kontrolle, der Gewalt oder der Tarnung deren Spuren.

Die Möglichkeiten aus einer derartigen Spirale auszubrechen sind dabei begrenzt. Viele Opfer trauen sich nicht, um Hilfe zu bitten oder erkennen gar nicht erst den Ernst ihrer eigenen Situation. Hier möchte die Perioden-Unterwäsche mit der „Extra Protection“ jetzt helfen. Im Wäsche-Ettiket ist dabei der besagte QR-Code verarbeitet. Wer diesen einscannt, landet auf einer Website, die zunächst wie ein Online-Shop wirkt. Doch wer genauer hinsieht, findet dort Telefonnummern und konkrete Informationen zur Identifikation von körperlicher, psychischer sowie sexualisierter Gewalt. 

The Female Company liebt die Provokation – nicht ohne Kritik

Das Unternehmen provozierte gerne mit Kampagnen, welche die Menstruation enttabuisieren sollen. Das krasseste Beispiel stellte dabei wahrscheinlich das Video „One Girl One Cup“ dar, in welchem eine Pornodarstellerin auf Pornhub über die korrekte Nutzung einer Menstruationstasse aufklärte. 

Doch wo provoziert wird, gibt es meistens auch Kritik. So wurde dem Unternehmen hier schnell vorgeworfen, mit dem Leid der Opfer Geld machen zu wollen. Die hochpreisige Perioden-Unterwäsche können sich schließlich nicht alle Betroffenen leisten. Doch das Unternehmen reagiert mit offener Kommunikation und bezieht die Community auf Instagram aktiv in die Diskussion mit ein. Die Hilfe-Website ist demnach nicht nur über den QR-Code, sondern offen zugänglich. Zusätzlich sollen die Codes in Zukunft auf sämtlichen Produkten der Female Company sowie auf Stickern weitere Verbreitung finden. 

In jedem Fall belichtet die Kampagne ein Thema, welches trotz seiner Gefahren noch viel zu unterrepräsentiert ist. Dafür ist es unser Video der Woche:

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