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Google Pay: Sparkassen kochen lieber ihr eigenes Süppchen

Veröffentlicht: 28.06.2018 | Autor: Julia Ptock | Letzte Aktualisierung: 28.06.2018

Google Pay ist in Deutschland gestartet und will den Deutschen endlich das mobile Bezahlen schmackhaft machen. Davon wollen auch die deutschen Sparkassen profitieren, doch anstatt mit Google zu kooperieren, will man lieber eine eigene App auf den Markt bringen. Bereits im Sommer soll es so weit sein.

Sparkassencard
© Deutscher Sparkassen- und Giroverband

In Deutschland wird noch immer am liebsten mit Bargeld bezahlt. Zahlen mit dem Handy? Fehlanzeige. Zumindest bisher. Anfang der Woche startete Google Pay in Deutschland mit den Partnern Mastercard, Visa, Comdirect, N26 und der Wirecard-Tochter Boon. Allerdings zeigen sich nicht alle von Google Pay begeistert. Die deutschen Sparkassen wollen lieber ihr eigenes Ding machen und setzen wie die Volks- und Raiffeisenbanken auf eine eigene App.

Sparkassen-App soll Ende Juli kommen

In einem Tweet vom 26. Juni heißt es, dass eine „Kooperation mit Google [...] in Deutschland keine Option“ sei. Im gleichen Atemzug kündigte man jedoch an, dass man „in Kürze“ mit einer eigenen App zum mobilen Bezahlen an den Start gehen wolle. Sparkassenkunden hätten dann die Möglichkeit, mit ihrer Sparkassen-Card oder Sparkassen-Kreditkarte „digital mit ihrem NFC-fähigen Android-Smartphone“ zu zahlen. Nach Angaben des Handelsblattes meint übrigens „in Kürze“ den 30. Juli. Das hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband am Mittwoch auf Anfrage erklärt.

Nein zu Google, Interesse an Apple Pay

Während die Sparkassen eine Kooperation mit Google komplett ablehnen, zeigen sie sich bei Apple Pay offener. Wie heise schreibt, sagte der Giroverband auf Twitter, dass man „grundsätzlich an Apple Pay interessiert“ sei. Allerdings hat die eigene App eine höhere Priorität, was aber auch daran liegen kann, dass Apple nach wie vor den Zugang zum NFC-Chip der iPhones für Apps von Drittanbietern stark einschränkt. Zudem gibt es bis dato keinen Termin für einen Start von Apple Pay in Deutschland.

Die kommende Sparkassen-App wird anders als bei Google Pay auch mit einer Girocard (früher „EC-Karte“) funktionieren. Für die Kunden ist das insofern vorteilhaft, da sie keine extra Kreditkarte benötigen. Ähnlich funktioniert auch die App der Volks- und Raiffeisenbanken – auch hier lässt sich nach Angaben von heise mit einer virtuellen Girocard bezahlen. Ende 2019 soll die VR-BankingApp bei allen Instituten verfügbar sein.

Bei der Girocard handelt es sich übrigens um eine deutsche Sonderheit. Während sie in Deutschland weit verbreitet ist und Kunden so gut wie überall mit ihr zahlen können, konnte sich die Kreditkarte hierzulande kaum durchsetzen. Problematisch wird es mit der Girocard erst, wenn sie bei internationalen Zahlungssystemen zum Einsatz kommt. So unterstützt beispielsweise Google Pay die Girocard nicht.

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