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Falscher Bewerbungsprozess: Betrüger nutzen N26-Konten für Geldwäsche

Veröffentlicht: 30.07.2018 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 30.07.2018

Unter dem Deckmantel eines angeblichen Bewerbungsprozesses fordern Betrüger ihre Opfer aktuell auf, Bankkonten bei N26 anzulegen. Diese werden dann unter anderem für Geldwäsche benutzt.

N26 Karte und App
© N26

Die Polizei Niedersachsen warnt aktuell vor einer neuen Betrugsmasche, die sich ganz gezielt an Jobsuchende richtet. Dabei werden auf Portalen wie Ebay Kleinanzeigen Stellenangebote namhafter Firmen, wie beispielsweise Tchibo, veröffentlicht. Nach eingehender Bewerbung wird dem Jobsuchenden klar gemacht, dass der gesamte Prozess online erfolgt und es auch zu einem späteren Zeitpunkt kein persönliches Gespräch geben wird. Stattdessen sollen persönliche Daten wie ein eingescannter oder abfotografierter Personalausweis, ein Selfie mit dem Ausweisdokument und sogar die Bankdaten per E-Mail geschickt werden. Zwar sollten spätestens bei diesen Aufforderungen die Alarmglocken läuten. Wie die Polizei Niedersachsen schreibt, sind allerdings schon einige Opfer auf diese Masche hereingefallen.

Opfer merken kaum, ein Bankkonto eröffnet zu haben

Nachdem die ersten Daten übermittelt wurden, soll der Bewerber ein Video-Identifizierungsverfahren durchlaufen, wie beispielsweise das des Fintechs N26. „Dass in seinem Namen ein Bankkonto existiert, bemerkt dieser nicht oder erst, wenn die polizeilichen Ermittlungen gegen ihn laufen. Bereits wenige Tage und Wochen reichen den Tätern, um ein Konto für z.B. Geldwäsche zu missbrauchen“, schreibt die Polizei Niedersachsen.

N26 Betrugsmail
Auszug aus dem Mailverkehr zwischen Täter und Jobsuchendem © Screenshot Polizei Niedersachsen


Wie ein Polizeisprecher gegenüber Gründerszene bestätigte, wurden bisher nur Fälle von der Banking-App N26 gemeldet. Es wird aber nicht ausgeschlossen, dass auch andere Banken betroffen sein können. Auf einem Blogbeitrag zum Thema Geldwäsche hat sich auch N26 dem Thema angenommen. „Uns ist es wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass N26 keine Kooperationen mit Dritten führt, bei denen Angebote durch ein Videotelefonat bestätigt oder erlangt werden können“, heißt es von einer Sprecherin des Fintechs gegenüber Gründerszene.

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