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Förderung bahnbrechender Erfindungen

Agentur für Sprunginnovationen geht nach Leipzig

Veröffentlicht: 19.09.2019 | Autor: Christoph Pech | Letzte Aktualisierung: 19.09.2019
Rathaus Leipzig

Bereits am Dienstag sickerten Informationen aus Berlin und Leipzig durch, einen Tag später wurden die Gerüchte nun bestätigt: Bundeswirtschaftsministerium und Bundesforschungsministerium haben offiziell bekannt gegeben, dass die Agentur für Sprunginnovationen der Bundesregierung ihren Sitz in Leipzig haben wird. Die Agentur wird als GmbH gegründet. In der Leipziger Zentrale sollen voraussichtlich 35 bis 50 Mitarbeiter angestellt werden.

Beschlossen wurde das Projekt bereits 2018 vom Bundeskabinett, im Juli 2019 hatte eine Gründungskommission Empfehlungen für die Agentur abgegeben. Auf deren Basis wurde die Standortentscheidung von den Ministerien und von Gründungsdirektor Rafael Laguna de la Vera getroffen. Mit der ins Leben gerufenen Agentur soll ein neuer Weg für die zivile Forschungsförderung beschritten werden. Es gehe im Kern darum, „bahnbrechenden Innovationen ‚Made in Germany‘ zum Durchbruch zu verhelfen“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung der Ministerien.

Eine Milliarde Euro für Forschungsförderung

Man habe sich, so Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, „bewusst für einen Standort in einem ostdeutschen Bundesland entschieden – ohne Abstriche bei den anderen Kriterien zu machen: Urbanität, unternehmerische Innovationskraft, Wissenschaftsorientierung und ausgezeichnete Verkehrsanbindungen waren entscheidend.“ Forschungsministerin Anja Karliczek ergänzt, dass Leipzig für Zukunft stehe und beweise, dass ostdeutsche Länder „Orte der Innovation“ sind.

Gründungsdirektor Laguna sieht in der Entscheidung auch ein politisches Signal, „30 Jahre nach der friedlichen Revolution“. Zudem schließe sich auch für ihn persönlich ein Kreis: Laguna ist in Leipzig geboren, ging 1974 mit seiner Familie aber in den Westen. Er wolle nun mithelfen, „die enorme Aufbruchsstimmung in Leipzig zu nutzen und zu verstärken.“ Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatten sich persönlich für Leipzig eingesetzt.

Als „Sprunginnovationen“ gelten bahnbrechende Erfindungen, wie etwa die E-Mail oder das MP3-Format. Neuen Erfindungen soll durch die Agentur zum weltweiten Erfolg verholfen werden, zudem erhoffe man sich Impulse für Wirtschaft und Wissenschaft. Der Leipziger Volkszeitung zufolge werde die Agentur für Sprunginnovationen mit umfangreichen finanziellen Mitteln ausgestattet: In der geplanten Laufzeit von mindestens zehn Jahren soll eine Milliarde Euro in die Agentur fließen. Im aktuellen Bundeshaushalt sowie dem Regierungsentwurf von 2020 bis 2022 stünden bereits etwa 150 Millionen Euro fest.

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