Der frühe Vogel

Coronakrise: Olaf Scholz kündigt Milliardenhilfen für StartUps an

Veröffentlicht: 01.04.2020 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 01.04.2020
Olaf Scholz

StartUps sind besonders stark von der Coronakrise betroffen. Um den Jungunternehmen unter die Arme zu greifen, hat Finanzminister Olaf Scholz ein weiteres Hilfspaket angekündigt. Wie t3n.de berichtet, soll dieses Paket insgesamt zwei Milliarden Euro umfassen. Das Geld soll zusätzlich zu den bestehenden Programmen der Regierung ausgeschüttet werden.

„Wir wollen, dass diese jungen, innovativen Unternehmen für unser Land erhalten bleiben“, erklärte Scholz bei einer Pressekonferenz mit Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder. Die jungen Unternehmen seien dem Finanzminister zufolge die Zukunft und sie dürften nicht von weiteren Finanzierungen abgeschnitten werden. Genaue Details über die neuen Hilfen nannte Scholz aber vorerst nicht. 

Die zwei Milliarden Euro sollen unter anderem Wagniskapitalinvestoren stärken, erklärt Thomas Jarzombek, StartUp-Beauftragter des Wirtschaftsministeriums. Somit sollen Finanzierungsrunden für zukunftsträchtige und innovative StartUps aufrechterhalten werden. Die Jungunternehmen sind gerade in der Krise auf die Mittel angewiesen: Eine Umfrage des StartUp-Verbands zeigt, dass 70 Prozent der deutschen StartUps aufgrund der Coronakrise um ihre Existenz fürchten. 

Airbnb schüttet 250 Millionen Euro an Vermieter aus

Die Reisebranche steht in diesen Wochen quasi still, Airbnb bietet seinen Nutzern bis Ende Mai kostenfreie Stornierung inklusive Rückerstattungen an. Um die Vermieter in dieser Zeit zu unterstützen, will Airbnb t3n.de zufolge 250 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Damit sollen sie einen Teil der nun weggebrochenen Einnahmen erhalten.

Mit dem Schritt dürfte das Unternehmen auch die Wogen etwas glätten wollen: Airbnb hatte die Mieter Mitte März darüber informiert, dass sie ihre Reisen kostenfrei stornieren könnten. Die Vermieter wurden nicht kontaktiert. Airbnb-CEO Brian Chesky erklärte nun, das sei kein partnerschaftliches Verhalten gewesen. 

Fast eine halbe Million Betriebe verordnen Kurzarbeit

Die Auswirkungen der Coronakrise auf den Arbeitsmarkt übertreffen bisher alles, was Deutschland während vergangener Rezessionen erlebt hat, schreibt der Spiegel. Verdeutlicht werde das vor allem durch die Zahl der Anzeigen auf Kurzarbeit, die im März dieses Jahres bei den Arbeitsagenturen eingegangen sind. 470.000 Betriebe schicken ihre Mitarbeiter demnach in Kurzarbeit.

Unklar ist bislang noch, wie viele Beschäftigte von dieser Maßnahme betroffen sind. Ein Vergleich zur Finanzkrisen-Rezession 2009 ist allerdings alarmierend: Damals gab es in einem einzigen Monat maximal 23.000 Anzeigen auf Kurzarbeit, im Juli 2019 erreichte die Zahl der Betriebe mit Kurzarbeit ihren Höchststand bei 61.427 – deutlich weniger, als bereits jetzt diese Maßnahme ergriffen haben. Und trotzdem befanden sich auf dem Höhepunkt der Finanzkrise bereits 1,5 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. 

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