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Erledigungen.de bei DHDL: „Als würde ich wirklich zu Löwen in die Arena gehen.“

Veröffentlicht: 10.10.2017 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 10.10.2017

Behördengänge sind ein notwendiges Übel. Doch das Jungunternehmen Erledigungen.de will Menschen den zeitraubenden Prozess abnehmen. Hinter dem Unternehmen steht Sebastian Simon, der in der „Höhle der Löwen“ nun auf ein Investment hofft. Wir haben mit dem Gründer gesprochen.

Erledigungen.de bei DHDL
Foto: MG RTL D / Bernd-Michael Maurer 

OnlinehändlerNews: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, Menschen notwendige Behördengänge abzunehmen?

Sebastian Simon: Mein Mitgründer Andreas Schmid wollte die Greencard für die USA beantragen. Dabei ist er immer wieder an der deutschen Bürokratie verzweifelt: mal fehlten Dokumente, mal waren sie falsch ausgefüllt – und jedes Mal musste er wieder nach Hause, um sich am nächsten Morgen wieder in der Schlange anzustellen. Also suchten wir gemeinsam nach Möglichkeiten, diesen beschwerlichen Gang zur Behörde zu umgehen. Etwa einem Onlineportal für die Anmeldung oder wenigstens einen Service, der uns eine Hilfestellung geben könnte. Leider vergebens. Das war die Geburtsstunde von erledigungen.de.

Wie verdient Erledigungen.de Geld?

Wir erledigen Behördengänge für alle, die es sich nicht leisten wollen, Ihre wertvolle Zeit auf Ämtern abzusitzen. Dafür wählt man auf unserer Website den gewünschten Service sowie den Wunschtermin für die Abholung. Zur gebuchten Zeit kommt dann ein Mitarbeiter von uns vorbei, holt alle Unterlagen ab und überprüft sie auf Vollständigkeit. Dann geht es ab zum Amt innerhalb von 1-2 Werktagen wieder zurück zum Kunden. Wenn man bedenkt, dass so ein Behördengang meist mehrere Stunden dauert und sich viele extra dafür einen Urlaubstag nehmen müssen, lohnt es sich für viele, unseren Service zu buchen. Die Preise variieren je nach Dienstleistung, da sich pro Auftrag auch die Behördengebühren unterscheiden – diese sind nämlich in unserem Endpreis enthalten. Dabei kostet unser reiner Service den Kunden durchschnittlich 49€.

Welcher „Löwe“ erschien Ihnen im Vorfeld als besonders interessant?

Im Grunde waren alle Löwen für uns interessant, da sie alle sehr erfahren sind und jeder für sich besondere Qualitäten besitzt. Unsere Hoffnung lag allerdings besonders bei zweien. Zum einen natürlich Dagmar Wöhrl, vor allem wegen Ihres politischen Hintergrunds. Zum anderen Carsten Maschmeyer, da er einfach unglaublich viel Know-How hat, besonders in den Bereichen Marketing – aber auch Frank Thelen.

Wie groß ist der Personalaufwand, um den Service von Erledigungen.de umzusetzen?

Erledigungen.de ist mittlerweile in einigen deutschen Städten vertreten: München, Berlin, Hamburg, Köln, Düsseldorf, Bonn, Frankfurt und Stuttgart. Dabei gibt es in jeder Stadt Erlediger, die die Behördengänge eigenständig abwickeln. Einzig die Koordination der Aufträge wird von unserem Hauptsitz in München aus gesteuert. Mittlerweile haben wir 17 festangestellte Erlediger.

Inwiefern unterscheidet sich „Die Höhle der Löwen“ für Sie von einem gewöhnlichen Pitch?

In den meisten Punkten ist das sehr ähnlich. Einen anständigen Pitch vorzubereiten, ist immer anspruchsvoll und erfordert viel Zeit. So gesehen ist der Arbeitsaufwand also derselbe. Allerdings spielt die Aufregung eine ganz neue Rolle. Es ist einfach etwas anderes, wenn man vor fünf Investoren pitcht, alleine – oder ein paar Millionen Menschen dabei zusehen. Da ist der Nervenkitzel schon um einiges höher.

Wie haben Sie sich auf die Sendung vorbereitet?

Die Dreharbeiten zur Höhle der Löwen waren bereits im Gange, als wir die Zusage für unsere Teilnahme bekommen haben. Deswegen musste alles sehr schnell gehen, um noch in dieser Staffel dabei sein zu können. Am Anfang war ja noch alles ungewiss: erstmal Fragebogen beantworten, dann ein gutes Video über unsere Idee drehen. Soweit so gut. Als dann jedoch eine Zusage kam, ging es erst richtig los. Mir kam zu Gute, dass ich von Folge eins an alle Folgen aufmerksam verfolgt hatte und dadurch hatte ich bereits eine klare Vorstellung, wo es lang gehen sollte. Als Erstes ging es natürlich darum, einen interessanten Pitch zu schreiben. Weil wir ja kein Produkt sondern eine Dienstleistung verkaufen, wollten wir die Vorstellung unserer Idee so spannend wie möglich gestalten. Als nächstes entwickelten wir einen Fragenkatalog, mit all den möglichen Fragen der Löwen, die uns so einfallen konnten. Denn, wie jeder weiß, sind die Fragen hinterher fast noch wichtiger als der Pitch selbst. Und dann ging es schon ab nach Köln. Am Tag davor hieß es noch einmal üben – vor dem Spiegel und vor Publikum. Am Tag selbst versuchte ich mich mental auf die Sendung zu einzustellen. Da ich lange Leistungssport betrieben habe, hatte ich Übung, meine Nervosität gut im Griff zu halten. Als ich die Tür zu den Löwen aufmachte, fühlte ich mich als würde ich wirklich gerade zu Löwen in die Arena gehen.

Wie haben Sie sich und Ihre Website seit der Aufzeichnung der Sendung auf die Ausstrahlung vorbereitet?

Seit der Aufzeichnung war das Thema der Ausstrahlung ständig in unseren Köpfen. Da wir ja nur schwer abschätzen können, was nach der Ausstrahlung tatsächlich passiert, müssen wir uns auf verschiedene Szenarien vorbereiten.
Die zwei wichtigen Themen sind Operations und IT. Alle unsere Erlediger wissen, was auf uns zukommt oder zukommen kann. Vor allem an der IT haben wir einige Vorbereitungen treffen müssen. Es kommt ja nur selten vor, dass man seine Idee vor so einem großen Publikum präsentieren kann. Die daraus resultierenden Besucher auf unserer Website müssen wir natürlich dementsprechend berücksichtigen in unseren Vorbereitungen. Mein Mitgründer und CTO Andreas hat sich diesem Thema in den letzten Wochen sehr intensiv gewidmet. Jetzt warten wir alle bei erledigungen.de nur noch darauf, dass es los geht und sind gespannt, welche neuen Möglichkeiten sich dadurch für uns öffnen.

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