Vorwürfe gegen Amazon: Kartellamt prüft mögliche Wettbewerbsbehinderungen

Veröffentlicht: 07.08.2018 | Geschrieben von: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 23.06.2022

Das deutsche Bundeskartellamt prüft aktuell, ob es auf Amazon zu Wettbewerbsbehinderungen externer Händler kommt. Der Präsident der Bonner Behörde bestätigte entsprechende Beschwerden über den US-Konzern.

Amazon auf Smartphone
© mirtmirt / shutterstock.com

Der Amazon Marktplatz steht aktuell im Visier der deutschen Behörden. Wie der Präsident des deutschen Kartellamtes, Andreas Mundt, jetzt in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bestätigt, werde man eine Untersuchung gegen den Online-Händler einleiten. Konkret geht es um den Verdacht, Amazon würde den Wettbewerb anderer Händler auf seiner Plattform behindern – ein Verdacht, den so mancher in der Branche schon länger hegt, wie wir auch auf dem Amazon Watchblog berichteten.

Amazon tritt auf der eigenen Plattform sowohl als Betreiber als auch Verkäufer auf. „Wir sprechen hier von Hybridplattformen. Bei solchen Plattformen besteht immer auch ein gewisses Potenzial für eine Wettbewerbsbehinderung der anderen Händler auf der Plattform“, zitiert auch Golem Andreas Mundt. „Uns liegen hierzu auch Beschwerden vor. Wir wollen uns daher diesen Teil des E-Commerce genauer anschauen“, heißt es weiter. Wie diese Prüfung genau aussehen wird, ließ das Kartellamt noch offen. „Zu gegebener Zeit könnten wir uns aber auch bestimmte Aspekte der E-Commerce-Plattformen im Rahmen eines Verfahrens anschauen“, erklärte Mundt.

Facebook-Verfahren soll noch in diesem Jahr Ergebnisse bringen

Auch gegen Facebook läuft aktuell noch eine Untersuchung des deutschen Kartellamtes. Dabei prüft die Bonner Behörde, ob das soziale Netzwerk seine Marktmacht missbraucht. Bereits seit zwei Jahren läuft das Verfahren gegen Facebook, was „ein bisschen wie ein bewegliches Ziel“ sei, so der Kartellamtspräsident. Der Konzern hat zwar bereits erste Nachbesserungen vorgenommen und Löschfunktionalitäten eingeführt, weitere Gespräche werde es aber dennoch geben müssen. „Trotzdem würden wir gerne noch in diesem Jahr Ergebnisse vorlegen“, gibt sich Mundt optimistisch.

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