Teilen Teilen Kommentare Drucken

Kartellvergehen: Amt will E-Commerce stärker ins Auge fassen

Veröffentlicht: 27.08.2018 | Autor: Corinna Flemming | Letzte Aktualisierung: 27.08.2018

Um Missstände in der digitalen Wirtschaft schneller zu beheben, will das Bundeskartellamt künftig den E-Commerce stärker ins Visier nehmen. Bereits jetzt übersteigen die Strafen in 2018 die aus dem vergangenen Jahr deutlich.

Preisabsprachen Konzept
© Lightspring / shutterstock.com

Insgesamt 272 Millionen Euro Bußgeld wurden in den ersten acht Monaten des aktuellen Jahres vom Bundeskartellamt bereits auferlegt. 29 Parteien, 16 Unternehmen und 13 Privatpersonen müssen diese Summe wegen verschiedener Vergehen aufbringen. Damit ist diese Summe bereits jetzt vier Mal so hoch wie noch im Vorjahr. 2017 gab es über das gesamte Jahr verteilt lediglich Strafen in Höhe von 66 Millionen Euro.

„Die Kartellverfolgung ist ein Kern unserer Arbeit“, wird Kartellamtspräsident Andreas Mundt bei der Internetworld zitiert. Geht es nach ihm, dann ist das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht, denn in Zukunft will sich die Behörde besonders stark auf das Thema E-Commerce konzentrieren.

Digitalwirtschaft wird in den Fokus gerückt

„Aktuell führen wir ein Verfahren gegen Facebook, sowie Sektoruntersuchungen zu Online-Werbung, Vergleichsportalen und Smart TVs“, führt Mundt die Verfahren aus. Erst vor wenigen Wochen gab die Behörde bekannt, hinsichtlich der Untersuchung gegen Facebook bereits in diesem Jahr erste Ergebnisse liefern zu wollen. Die Bonner Behörde prüft aktuell, ob das soziale Netzwerk seine Marktmacht missbraucht. Ähnliches wird auch dem Online-Riesen Amazon vorgeworfen. Anfang des Monates bestätigte das Bundeskartellamt, eine Untersuchung gegen den US-Konzern einleiten zu wollen. Konkret geht es um den Vorwurf, Amazon behindere den Verkauf externer Händler auf seinem Marktplatz.

Für die Zukunft wünscht sich der Kartellamtspräsident Mundt mehr Handlungsspielraum. „Eine Stärkung des behördlichen Verbraucherschutzes vor allem im Internetbereich könnte einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, Missstände in der digitalen Wirtschaft schneller abzustellen“, betont er.

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.