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eBay-Betrug: Bewährungs- und Geldstrafe für 21-Jährigen

Veröffentlicht: 29.01.2015 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 22.02.2016

Er hat eBay-Konten gefälscht und fiktive Ware verkauft. Nun ist ein 21-Jähriger aus dem Kreis Miltenberg zu neun Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden.

Richterhammer mit Handschellen

(Bildquelle Gerichtsurteil: Ruslan Grumble via Shutterstock)

Angeklagt waren ein 21-Jähriger und zwei seiner Freunde im Alter von 20 und ebenfalls 21 Jahren, die ihn bei dem eBay-Betrug unterstützt haben. Die Anklage vor dem Obernburger Amtsgericht lautete auf Computerbetrug und Fälschung beweiserheblicher Daten in 29 Fällen – wie Main-Netz.de berichtet, habe es eine halbe Stunde gedauert, bis die Anklageschrift von der Staatsanwaltschaft verlesen war.

Vor Zweieinhalb Jahren begann die Betrugsmasche. Zunächst habe der Angeklagte für ein Online-Spiel Echtgeldkarten benötigt und festgestellt, dass sich die Zahlencodes dieser Karten mit Gewinn verkaufen ließen. Der 21-Jährige versteigerte die Codes also auf eBay, wickelte die Zahlung per PayPal ab – da der Payment-Anbieter zur Zahlungsabwicklung aber einen Versandnachweis erforderte, begann der Angeklagte, fiktive Waren anzubieten. An die Kunden verschickte er aber nur mit Erde gefüllte Päckchen. Die Kartencodes verschickte er nach Absprache mit dem Interessenten per E-Mail.

Käuferkonto war gehackt worden

Im Januar 2013 habe der Angeklagte bemerkt, dass hinter den Käufern vermutlich dieselbe Person steckte und dass die eBay- und PayPal-Konten gehackt worden waren. Das hielt ihn aber nicht davon ab, die Codes weiter zu verkaufen. Da er durch die vielen Verkäufe inzwischen fast gewerblichen Status erreicht hatte, bat er seine Freunde, über deren eBay-Konten handeln zu dürfen.

Da PayPal den Besitzern der gehackten Konten inzwischen die abgebuchten Beträge zurückerstattet hat, und den Betrag vom Angeklagten zurückverlagt, sitzt dieser nun auf einem 4000-Euro-Schuldenberg. „Ich habe definitiv ein Minusgeschäft gemacht“, kommentiert der 21-Jährige. Am Ende steht vor allem die Anklage wegen Fälschung beweiserheblicher Daten – der Computerbetrug selbst sei nur schwer nachzuweisen, weshalb dieser Anklagepunkt fallengelassen wurde.

Jugendstrafe auf Bewährung

Der 21-jährige Hauptangeklagte wurde zu einer Jugendstrafe und einer Geldauflage von 3000 Euro verurteilt. Sein 20-jähriger Freund wurde wegen Fälschung in 13 Fällen zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt – er hatte drei gefakte eBay-Konten für den Betrug angelegt. Das Verfahren gegen den dritten Angeklagten wurde gegen eine Geldauflage von 300 Euro eingestellt. Von dem von der Staatsanwaltschaft geforderten vierwöchigen Dauerarrest sah das Gericht ab – auch die Verfahrenskosten wurden dem Angeklagten nicht auferlegt.

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