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Wegen Kritik?

Bundesfinanzministerium kippt Bonpflicht

Veröffentlicht: 12.12.2019 | Autor: Sandra May | Letzte Aktualisierung: 12.12.2019
Hand wirft Zettel in den Papierkorb

Durch manipulierte Kassensysteme entgehen dem Staat jedes Jahr Steuereinnahmen. Das Bundesfinanzministerium wollte dem nun ab 2020 durch eine allgemeine Bonpflicht entgegenwirken: Die Abrechnung soll so transparenter werden. Der Kunde ist zwar nicht verpflichtet, den Bon mitzunehmen; der Aufwand und die Müllproduktion ist damit aber immerhin gesichert.

Kein Wunder also, dass die Idee auf viel Kritik stößt: Seit Wochen kursieren Bilder von Bäckereien mit großen Bergen an Kassenzetteln durch die Medien. Der Bund für Umwelt und Naturschutz attestiert der Idee ein ressourcentechnisch schlechtes Signal. Schließlich seien die auf Thermopapier gedruckte Kassenbons umwelt- und gesundheitsschädlich.

Nun hat das Bundesfinanzministerium eingelenkt.

Willkommen im digitalen Zeitalter!

Wie der Wirtschaftswoche zu entnehmen ist, plant das Bundesfinanzministerium nun auch die Möglichkeit eines papierlosen Bons. „Vor dem Hintergrund der klimapolitischen Ziele der Bundesregierung ist eine Lösung nach skandinavischem Beispiel anzustreben, wo mehr und mehr auf elektronische Lösungen gesetzt wird“, wird das Ministerium dazu zitiert. 

Eine solche elektronische Lösung sehe das Gesetz ausdrücklich vor. Diese könne erfüllt werden, indem der Kunde den Beleg per E-Mail, über ein Kundenkonto oder via NFC-Schnittstelle direkt aufs Handy bekommt. Bei der NFC-Lösung müsse der Kunde zudem keine personenbezogenen Daten Preis geben. 

Allerdings soll diese elektronische Möglichkeit als Alternative zum Papierbon offenbar nicht jedem eröffnet werden: „Die Bundesregierung wird sich dafür einsetzen, mit Rücksicht auf die Praxis bestimmte Geschäfte von Papierbelegen zu befreien“, wird das Bundesfinanzministerium weiter zitiert.

Gegenwind kommt dennoch weiter aus den Reihen der FDP: Diese will die Bonpflicht ganz abschaffen. 

Deutsche sind E-Bon generell nicht abgeneigt

Doch: Wie würde der E-Bon bei den Käufern ankommen? Diese Frage haben sich auch die Meinungsforscher von YouGov gestellt. Laut einer Pressemitteilung zeigen sich die Deutschen einem rein elektronischen Bon nicht abgeneigt. Drei Viertel, die ihre Einkäufe beispielsweise mit Mobile Payment bezahlen, würden den E-Bon einem Papierbon vorziehen. Auch interessant: Etwa die Hälfte der Käufer steckt den Bon tatsächlich ein. Entscheidend für die  Mitnahme sind häufig eventuelle Garantieansprüche.

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