Unternehmenssteuern

Ifo-Institut rät zu niedrigeren Steuern für Firmen

Veröffentlicht: 24.08.2021 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 24.08.2021
Steuern: Taschenrechner mit Prozentzeichen

Steuern für Unternehmen sind ein heiß diskutiertes Thema – und zwar nicht nur im Rahmen des Wahlkampfes für die anstehende Bundestagswahl, sondern gerade auch mit Blick auf langfristige Entwicklungen im Online-Handel und des europäischen Wirtschaftsraums. Nun hat sich das Münchener Ifo-Institut zu Wort gemeldet und sich für niedrige Unternehmenssteuern ausgesprochen.

Ifo-Studie geht von positiven Einflüssen aus

„Niedrigere Steuern für Unternehmen bringen höhere Löhne, mehr Beschäftigung und höheres Wachstum“, fassen die Marktexperten zu Beginn der Woche ihre Einschätzung zusammen. Diese steht im Kontext einer Studie des Ifo-Instituts, in deren Rahmen die Forscher analysiert hatten, welche konkreten Folgen es hätte, wenn die Unternehmenssteuer von 30 Prozent auf 25 Prozent gesenkt und der Zeitraum steuerlicher Abschreibungen für Investitionen von zehn auf nur noch vier Jahre verkürzt würde.

Das Ergebnis der Studie: In Kombination würden die beiden genannten Maßnahmen dafür sorgen, dass das Steueraufkommen kurzfristig um 30 Milliarden Euro absackt. Allerdings sei dies nur eine kurze, vorübergehende Konsequenz. Denn nach einer gewissen Anpassungszeit würden die Reformen nicht nur die Wirtschaftsleistung, sondern auch den Konsum der privaten Haushalte stärken, wobei ein Wachstum um rund drei Prozent prognostiziert wird. 

Steuereinnahmen würden nur vorübergehend sinken

Auch in Sachen Beschäftigung und Löhne gäbe es positive Auswirkungen: Laut der Ifo-Experten würde die Beschäftigung ein Plus um 1,4 Prozent verzeichnen und die Löhne um rund vier Prozent steigen. „Für eine Übergangszeit gibt es zwar Steuerausfälle. Die können aber als Investition des Staates angesehen werden, um künftig höhere Löhne, mehr Beschäftigung und ein höheres Konsumniveau zu ermöglichen“, kommentierte Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts. Hinzu komme, dass dem Staat langfristig keine Steuern verloren gingen, denn die Steuereinnahmen würden auf längere Sicht auf das Ausgangsniveau zurückkehren.

Die Experten des Ifo-Instituts (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V. ) sind im wirtschaftswissenschaftlichen und wirtschaftspolitischen Sektor beheimatet, analysieren unter anderem die Wirtschaftspolitik und geben dabei etwa regelmäßige Einblicke in die Entwicklung der wirtschaftlichen Lage für Unternehmen oder auch die konjunkturelle Entwicklung.

Kommentare  

#2 René Barbe 2021-08-25 08:54
Endlich kommt dieses Thema mal auf den Tisch. Eine Steuersenkung für Unternehmen, insbesondere für kleine und mittlere Betriebe ist mehr als überfällig. Um zu diesen Erkenntnissen zu kommen muss man aber allerdings kein Wirtschaftswiss enschaftler sein. Das Geld gehört in die Wirtschaft , nicht in die Politik. Mehr Unternehmertum und besser bezahlte Mitarbeiter wären die Folge.
Zitieren
#1 Christian 2021-08-25 08:34
Für mich als Selbständiger ist es doch auch ein Witz. Ich geh und arbeite teilweise 10-12 Stunden am Tag, zahle MwSt. und Einkommenssteue r, muss mich selbst um Krankenkasse und Rente kümmern und habe im Endeffekt sogar teilweise deutlich weniger als bei einer Festanstellung. Hätte man mir die ganzen Nachteile vor 10 Jahren genannt, dann hätte ich mich definitiv nicht selbständig gemacht. Die Steuern fressen einen auf...
Zitieren

Schreiben Sie einen Kommentar

Newsletter
Abonnieren
Bleibe stets informiert mit unserem Newsletter.

Meistgelesene Artikel