Coronaschutzimpfung

Aushang mit ungeimpften Mitarbeitern sorgt für Hass im Netz

Veröffentlicht: 29.10.2021 | Geschrieben von: Hanna Hillnhütter | Letzte Aktualisierung: 29.10.2021
Impfausweis und Spritze

Ein Unternehmen in Thüringen sorgte in den sozialen Netzwerken für Aufsehen, wie unter anderem das manager magazin berichtete. Grund dafür ist eine Liste, die im Pausenraum des Unternehmens aushing. Auf der Liste fanden sich Fotos von Mitarbeitern in Passbildgröße, mit dem Hinweis, dass diese noch keinen vollständigen Impfschutz haben. Die Liste hing bereits seit einigen Wochen aus, ein Aufreger wurde es erst, als sie auf Twitter geteilt wurde. 

Die Thüringer Firma hatte diesen Aushang in einem 50 qm großem Pausenraum aufgehängt, daneben Regeln, die nur für ungeimpfte Mitarbeiter gelten. Unter anderem, dass der Mindestabstand von zwei Metern gewahrt werden muss und dass sich nicht mehr als eine ungeimpfte Person im Raum aufhalten darf. Außerdem sind dem Aushang zufolge alle Änderungen des Impfstatus dem Arbeitgeber mitzuteilen. 

„Einvernehmlich und nach interner Absprache“

In einem Pressestatement gibt das Unternehmen bekannt, dass die Regeln einvernehmlich und in Absprache mit den Mitarbeitern beschlossen wurden. Laut Aussagen des Unternehmens, wären die Regeln nicht umgesetzt worden, wenn es Widerspruch der Mitarbeiter gegeben hätte. Der größtmögliche Schutz der Mitarbeiter soll durch das Vorgehen gewährleistet sein und die Regeln sollen von allen Mitarbeitern leicht verstanden werden, heißt es in dem Pressestatement. Weiter gibt das Unternehmen an, mit dem Amt für Datenschutz in Verbindung gestanden zu haben, die dieses Vorgehen genehmigt haben.

Eine Impfstatusabfrage durch den Arbeitgeber ist bisher nur in besonders sensiblen Bereichen erlaubt, allerdings können sich Mitarbeiter selbstverständlich freiwillig dazu entscheiden, dem Arbeitgeber den Impfstatus mitzuteilen. Auch eine Einwilligung zu der Datenverarbeitung, in der Form wie es in dem Unternehmen geschehen ist, kann vom Mitarbeiter erteilt werden. Kritische Stimmen merken allerdings an, dass sich Mitarbeiter unter Druck gesetzt gefühlt haben könnten und die Einwilligung zu dem Vorgehen somit nicht wirklich freiwillig erfolgt ist. Grundsätzlich wäre es allerdings mit der Rechtslage vereinbar, wenn wirklich alle freiwillig zugestimmt haben. 

Welle an Hassnachrichten gegen das Unternehmen

Ein Verstoß gegen den Datenschutz lag allerdings in jedem Fall vor, als die Liste mit den Fotos ohne Zustimmung der betroffenen Personen im Internet veröffentlicht wurde. Nach eigener Aussage, erhält das Unternehmen täglich bis zu 500 Mails, unter denen sich auch Morddrohungen befinden. Auf Twitter gab es außerdem einen Aufruf, das Unternehmen auf Google schlecht zu Bewerten. Diese wurden von Google allerdings bereits gelöscht. 

Nach der öffentlichen Kritik an der Vorgehensweise des Unternehmens wurde die umstrittene Liste abgenommen. 

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