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Betrug im Online-Shop

Veröffentlicht: 04.07.2013 | Autor: Doreen Rothmann | Letzte Aktualisierung: 04.07.2013

Dass Kriminalität im Internet kein Einzelfall ist, ist allgemein bekannt. Gerade im Bereich des E-Commerce kommt es jedoch mit den steigenden Absatzzahlen immer öfter zu Betrugsversuchen. Gabriel Dixon, Vorstandsvorsitzender und Gründer der Novalnet AG., verrät in einem Interview, wie man sich als Online-Händler schützen kann und welche Maßnahmen nach einem Betrug getroffen werden können.

Betrüger im Online-Shop

Ist Betrug im Online-Shop Ihrer Erfahrung nach ein verbreitetes Problem?

Mit den Absatzzahlen im E-Commerce wächst leider auch die Kriminalitätsrate. Auch wenn sich hier kein Muster definieren lässt, so ist die Gefahr einem Betrüger aufzusitzen für jeden Online-Händler absolut real. Gerade Händler, die ein vergleichsweise hochpreisiges Warensortiment anbieten, sehen sich unserer Erfahrung nach immer wieder mit Betrugsversuchen konfrontiert. Das heißt im Umkehrschluss allerdings nicht, dass man sich als E-Commerce-Treibende(r) sicher fühlen kann, wenn man keine explizit hochpreisigen Waren/Dienstleistungen führt. Unserer Erfahrung als Zahlungsanbieter nach, ist es für jeden Online-Händler sinnvoll, sich Gedanken um Betrugsprävention zu machen und entsprechende Maßnahmen in Form von für das eigene Sortiment und die angebotenen Zahlungsarten passenden Fraudmodulen zu implementieren und zu aktivieren, da die geringen Mehrkosten klar den zu erwartenden Schaden durch (professionelle) Betrüger mehr als aufwiegen.

In welchen Bereichen ist die Gefahr für Online-Händler am größten, Opfer von Betrug zu werden?

Wie bereits angedeutet, ist es unserer Erfahrung nach nicht möglich, eine bestimmte Zielgruppe auszumachen, in der es zu herausragend vielen Betrugsversuchen kommt. Im Gegenteil: Betrüger versuchen ihr „Glück“ bei Online-Händlern jeder Größenordnung und jeder Branche. Was sich jedoch weiterhin feststellen lässt, ist, dass die Betrugsversuche bei der Zahlung mit Kreditkarte nach wie vor einen beträchtlichen Teil der von uns registrierten Fälle ausmachen. Wir bieten unseren Kunden für diesen Fall das Betrugspräventionsmodul „Luhn-Check“ an, welches die Kreditkartennummer einem grundlegenden Plausibilitätscheck unterzieht und so im ersten Schritt bereits besonders dreiste Betrüger entlarvt.

Wie kann man sich im E-Commerce vor möglichen Betrugsfällen schützen?

Wie im vorigen Teil bereits angemerkt, empfehlen wir als Zahlungsdienstleister unseren Kunden eine auf Ihre Produktpalette und Ihre angebotenen Zahlungsarten individuell abgestimmte Betrugsprävention – in Form von Betrugspräventionsmodulen. Dies beinhaltet beispielsweise den eben angesprochenen „Luhn-Check“ bei Kreditkartenzahlungen oder den „Bank Account Check“ bei Zahlungen per Lastschrift. Beide Fraudmodule stellen grundlegende Plausibilitätsprüfungen dar, die bereits einen Großteil der bekannten Betrugsmaßnahmen verhindern können. Allerdings gibt es auch zahlungsartenunabhängige Möglichkeiten, Betrüger aus dem eigenen Shop fernzuhalten – so wie, um nur zwei entsprechende Beispiele zu nennen, die Überprüfung der Übereinstimmung zwischen Lieferadresse und Herkunftsland der IP-Adresse mittels des „IP-Country-Filters“ oder dem „IP-BIN-Check“, der Ursprungsland der Bestellung, zugehörige IP-Adresse und BIN (Bank Identification Number) abgleicht.

Ganz allgemein kann man jedem Online-Händler nur raten, auch den eigenen gesunden Menschenverstand und das Bauchgefühl zu nutzen und zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. Wenn der Warenkorbwert zum Beispiel überdurchschnittlich hoch ist oder auf eine Bestellung mit geringem Warenkorbwert eine mit deutlich höherem Wert folgt, kann eine gewisse Skepsis durchaus angebracht sein. Im Zweifel lohnt es sich oftmals Rücksprache mit einem Payment Service Provider, der entsprechende Betrugspräventionsmodule anbietet, zu halten, um gemeinsam und mithilfe der Erfahrungswerte eines solchen PSP’s wie der Novalnet einen entsprechenden Maßnahmenkatalog aufzustellen, um die Betrugsfälle zu minimieren.

Wie können Online-Händler vorgehen, wenn doch ein solcher Fall eintritt?

Wenn E-Commerce-Treibende ein auf Ihren Shop individuell zugeschnittenes Risikomanagement zurückgreifen, wird sich die Rate der erfolgreichen Betrugsfälle auf ein Minimum reduzieren lassen. Da es jedoch Fälle gibt, in denen auch die beste und ausgefeilteste Betrugsprävention nicht greifen kann – wie beispielsweise beim Diebstahl von Kreditkarten und der Erschleichung von entsprechenden Daten, welche zu spät oder bis zum Bestelldatum gar nicht angezeigt wurden – empfiehlt es sich für jeden Händler auf ein funktionierendes Forderungsmanagement zurückgreifen zu können. Ist der Dieb ermittelbar, bzw. lässt sich sein kriminelles Gebaren auf eine existente Adresse zurückführen, muss natürlich Anzeige erstattet und der in unserem Rechtssystem vorgegebene Weg beschritten werden. Das ist und bleibt ein Ärgernis, nicht nur finanzieller Natur, mit dem man sich als Online-Händler im Laufe der Zeit wird auseinandersetzen müssen. Mithilfe geeigneter Betrugsprävention kann dieser Worst Case jedoch auf einige sehr wenige Fälle reduziert werden. Wenn man zusätzlich zum professionellen Risikomanagement noch einige grundlegende Dinge beachtet, kann man das Risiko betrogen zu werden, weiter gegen 0 gehen lassen. So kann man mit angebotsübergreifenden Höchstsummen für (Erst-)Einkäufer eine weitere Barriere für Betrüger schaffen und Käufern erst ab einer gewissen Anzahl an Einkäufen bestimmte Zahlungsarten zugänglich machen – wie beispielsweise die beliebte, aber immer wieder mit Problemen für den Verkäufer behaftete Zahlung auf Rechnung.

Alles in allem lässt sich die generelle Empfehlung ausgeben, dass Online-Händler das Risiko Opfer von Betrügern zu werden mit der Mischung aus eigenem Sachverstand, der Kenntnis des eigenen Kundenkreises und einem verlässlichen Partner für Risikomanagement deutlich minimieren und somit finanziellen Schaden weitestgehend abwenden können.

Gabriel DixonÜber Gabriel Dixon (Vorstandsvorsitzender und Gründer der Novalnet AG)

Nach langjähriger Berufserfahrung im Payment-Bereich kam Gabriel Dixon zu dem Schluss, dass die dort bestehenden Angebote zu weit weg vom Kunden und dessen Wünschen seien und die Serviceleistungen zu stark fragmentiert waren. So entstand die Idee für die Novalnet AG. Einem Payment Service Provider, der die gesamte Bandbreite der Zahlungsabwicklung aus einer Hand anbietet, dabei höchstmögliche Standards gewährleistet und mit seinem kundenorientierten Service zu punkten weiß. Seit der Gründung 2007 leitet Dixon die Novalnet AG und ist dabei stets bestrebt, den Kunden ein sich kontinuierlich weiterentwickelndes Produktportfolio rund um das E-Payment anzubieten, welches keine Wünsche offen lässt.

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