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Studie von Capgemini

Darum bleibt der Online-Handel mit Lebensmitteln ein hartes Brot

Veröffentlicht: 11.01.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 11.01.2019 | Gelesen: 1775 mal
Lebensmittel-Lieferdienst

Der Online-Handel mit Lebensmitteln ist seit jeher ein schwieriges Unterfangen für alle Anbieter – und wird es wohl auch bleiben, so eine Studie der Beratungsfirma Capgemini. Sie hat in fünf verschiedenen Ländern, darunter Deutschland und die USA, Verbraucher und Führungskräfte vor allem zum Thema „Letzte Meile“ befragt. 

Der Tenor der Studie: Die Endkunden erwarten viel vom Online-Handel mit Lebensmitteln, wollen aber oft nicht die nötigen Kosten dafür tragen. Dabei würden laut Studie schon jetzt viele Unternehmen in dem Bereich kaum kostendeckend arbeiten. Es koste die Einzelhändler schlicht zu viel, den steigenden Bedarf zu decken, heißt es im Fazit der Studie. So würden die Händler im Schnitt nur 80 Prozent der gesamten Lieferkosten auf die Kunden abwälzen – die Zustellung ist aber der teuerste Teil der gesamten Lieferkette.

Liefermodelle für Letzte Meile funktionieren nicht

Daher sagen fast alle befragten Unternehmen, dass die aktuell angebotenen Modelle für die Letzte Meile langfristig nicht funktionieren. „Heute sind die Kunden weder mit der Qualität der Zustelldienste zufrieden, noch bereit, die Gesamtkosten für die Zustellung bis an die Wohnungstür zu übernehmen. Der Handel steckt damit in einem Dilemma: Wie einen Last-Mile-Lieferservice anbieten den die Kunden lieben, ohne dabei die eigene Rentabilität zu gefährden“, fasst Marc Rietra von Capgemini in Deutschland das Problem zusammen.  

Dabei steckt in dem Geschäftsfeld viel Potenzial, denn der Online-Handel mit Lebensmitteln soll zunehmen: Derzeit bestellen 40 Prozent der Kunden mindestens einmal pro Woche Lebensmittel online, 2021 sollen es schon 55 Prozent sein. Dabei ist ein Lieferservice für vierzig Prozent der Kunden unbedingt nötig. Drei Viertel der zufriedenen Nutzer wollen bei ihrem bevorzugten Händler künftig sogar rund zwölf Prozent mehr ausgeben. Etwas mehr als die Hälfte würde sogar eine kostenpflichtige Mitgliedschaft für einen guten Lieferservice abschließen. Aktuell sind viele Nutzer aber nicht zufrieden mit dem Angebot. Rund 60 Prozent stören die zu hohen Preise für die Lieferung, rund die Hälfte erwartet eigentlich Same Day Delivery und sind vor allem von Verspätungen genervt.

Lösungen im Online-Handel mit Lebensmitteln

Die Macher der Studie raten daher zu verschiedenen Möglichkeiten, wie sich Online-Händler trotzdem in dem schwierigen Feld behaupten können:

  • Optimierung der Lieferstationen: Spezielle Filialen, die nur Online-Lieferungen bearbeiten, übernehmen die Abwicklung.
  • Automatisierung der Zustellvarianten: Dazu gehört die Mechanisierung von Lagerräumen, aber zum Beispiel auch die Retourenverwaltung. 
  • Eine ganzheitliche Unternehmensstratregie, die passende Technologien und ein tragbares Betriebsmodell für die Lieferung mit innovativen Ansätzen bei der Arbeitskraft vereint.

Die Studie „The Last-Mile Delivery Challenge: Giving retail and consumer product customers a superior delivery experience without hurting profitability“ kann hier runtergeladen werden. Insgesamt wurden dafür 2.874 Verbraucher und Führungskräfte von 500 Lebensmitteleinzelhändlern und Konsumgüterfirmen aus Deutschland, USA, UK, Frankreich und der Niederlande befragt.

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