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PWC-Studie

Zwei Drittel der Deutschen bestellen schon Medikamente online

Veröffentlicht: 14.06.2019 | Autor: Markus Gärtner | Letzte Aktualisierung: 14.06.2019
Smartphone und Medikamente

Auch im Pharma-Bereich steigt der E-Commerce zunehmend. Laut der repräsentativen Studie „Healthcare-Barometer“ 2019 des Beratungsunternehmens PriceWaterhouseCoopers (PWC) bestellen schon zwei Drittel der Deutschen Medikamente im Netz. Dabei kaufen die Nutzer aber vor allem rezeptfreie Medikamente: 64 Prozent der Befragten haben solche schon bestellt, bei verschreibungspflichtigen Produkten sind es nur 28 Prozent. Ein Viertel der Deutschen verzichtet auf den Online-Kauf und geht lieber in die Apotheke vor Ort. 

Versandhandel mit Medikamenten wird weiter steigen

Michael Burkhart, Leiter des Bereichs Gesundheitswirtschaft bei PWC, plädiert für beide Optionen: „Dass die Bundesregierung das Verbot des Online-Handels mit verschreibungspflichtigen Medikamenten gekippt hat, das ursprünglich im Koalitionsvertrag vorgesehen war, wird dem Versandhandel mit Medikamenten weiteren Auftrieb geben. Allerdings ist es wichtig, dass es weiterhin ein Netz aus Apotheken vor Ort gibt, die eine flächendeckende Versorgung gewährleisten. Diese Präsenzapotheken müssen gestärkt werden.“

Beim Medikamente-Kauf im Web tut sich vor allem eine Gruppe hervor, der sonst weniger Online-Affinität nachgesagt wird: In der Altersgruppe Über 50 Jahren hat rund die Hälfte schon mal Pharma-Produkte im Netz gekauft, bei den 18- bis 34-Jährigen sind es hingegen nur 37 Prozent. Im Netz spielt der Preis des Medikamentes in der Online-Apotheke die wichtigste Rolle beim Kauf, auch die Höhe der Versandkosten und der Mindestbestellwert sind noch wichtig. Menschen, die nur in der stationären Apotheke kaufen, nennen als Grund dafür vor allem die fehlende Beratung im Netz sowie zu lange Lieferzeiten.

Die Hälfte fürchtet Produkte aus dem EU-Ausland

Großes Problem bei den Online-Bestellungen ist die Angst vor gefälschten Medikamenten – vor allem aus dem EU-Ausland. Mehr als die Hälfte der Befragten befürchtet mögliche schwere Nebenwirkungen, eine ausbleibende Heilwirkung oder allergische Reaktionen. „Mit dem Medikamentenversand aus dem Ausland gehen tatsächlich Risiken einher. Während deutsche Medikamentenversender die gleichen Standards wie niedergelassene Apotheken einhalten müssen, ist der Markt im EU-Ausland für die Verbraucher trotz Sicherheitsvorkehrungen und Länderbeschränkungen weniger überschaubar. Die Kunden sind daher stärker auf sich gestellt und müssen die Angebote prüfen“, rät Michael Burkhart. In einer Studie von 2018 über Online-Apotheken wurde die Shop Apotheke am besten bewertet, dahinter lagen MedPex und DocMorris.

Die komplette PWC-Studie „Healthcare-Barometer 2019“ finden sie hier.

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