Shop-Helden

Das Kartenkaufhaus: Kleines Unternehmen mit großem Herzen

Veröffentlicht: 31.01.2020 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 31.01.2020
Glückwunschkarte

Die Geschichte des Kartenkaufhauses beginnt im Jahr 2002: Unter dem Namen „my-cardshop“ gründen Marko und Marianne Mrugalla in ihrer Dreizimmerwohnung in Berlin-Mitte ihren Shop. „Auf die Idee kamen wir, als für meinen Chef in einer Unternehmensberatung kurzfristig Grußkarten besorgt werden sollten, aber im Umfeld so gar nichts Passendes zu kaufen war und niemand Zeit hatte, in der Innenstadt auf Grußkarten-Suche zu gehen“, erklärt Marianne Mrugalla. Im Internet gab es damals ebenfalls keine Grußkarten zu kaufen – selbst Amazon war noch immer vorrangig ein Bücherhändler und Ebay für die Gebrauchtware bekannt. 

So kam die Idee auf, selbst einen Shop für diese Artikel zu starten. Doch gerade in der Anfangszeit stand das junge Unternehmen vor einigen Herausforderungen: „Fertige Shop-Lösungen steckten noch in den Kinderschuhen und wir mussten uns grundlegende HTML-Kenntnisse genau wie grafische Fähigkeiten nebenbei aneignen“, erinnert sich Marianne Mrugalla. Da das Projekt komplett aus Eigenkapital finanziert und nebenberuflich nach Feierabend und am Wochenende betrieben wurde, war es auch nicht möglich, kostspielige Dienstleister zu beauftragen. 

Eine Garage voller Grußkarten

Kartenkaufhaus 3

Heute beschäftigt das Kartenkaufhaus drei Mitarbeiter, die das Grußkarten-Sortiment im eigenen Online-Shop sowie auf Amazon und Ebay anbieten. Dabei findet sich für jeden erdenklichen Anlass eine Grußkarte im Angebot. Seinen Charakter hat sich das Unternehmen gewissermaßen bewahrt: Die Geschäftsräume befinden sich in einem beschaulichen Haus in Celle.

Eine besondere Herausforderung, aber gleichzeitig ein Highlight in der Unternehmensgeschichte, war die Übernahme des kompletten nicht-elektronischen Grußkartenvorrats eines Lieferanten, der Konkurs anmelden musste, wie Marianne Mrugalla erklärt. Der Vorrat „füllte unsere eigens leergeräumte, breite Doppelgarage aus, ohne dass noch ein Blatt Papier zwischen Ware und Tor gepasst hätte“, beschreibt die Mitgründerin das Erlebnis. 

Probleme hatte das Kartenkaufhaus anfangs hin und wieder mit Zechprellern, wie Marianne Mrugalla sie nennt: Kunden, die Ware auf Rechnung bestellt haben, aber zum Zeitpunkt der Bestellung bereits zahlungsunfähig waren. Als kleines und junges Unternehmen ohne das entsprechende Know-how war das Kartenkaufhaus – wie viele andere Unternehmen auch – diesen Kunden anfangs auf den Leim gegangen. 

Das Wichtigste ist „die Freude am Job“

Mitarbeiterin im Büro

Doch solchen Erfahrungen zum Trotz hat sich das Team seinen Enthusiasmus behalten. Auch heute noch seien die Freude am Job und der Wille, kleine und größere Kundenwünsche zu erfüllen, die wichtigsten Aspekte im täglichen Geschäft. Dazu kommt die Gewissheit, dass mit den Grußkarten ein Produkt angeboten wird, das vor allem einem dient: Die Beziehung zwischen Menschen zu fördern. Für Marianne Mrugalla ist das ein zentraler Aspekt. Die größten Herausforderungen sind ihr zufolge dabei, sich trotz der zunehmenden Bürokratie und des Wildwuchses an Richtlinien und Gesetzen als Kleinunternehmer noch den Kernaufgaben des Geschäfts zu widmen.

Das Thema Nachhaltigkeit, das in den vergangenen Monaten immer stärker in der Öffentlichkeit diskutiert wird und auch im Online-Handel eine größere Rolle spielt, wird auch vom Kartenkaufhaus in den Fokus gerückt, wo immer es möglich ist: „Unsere Lieferungen wickeln wir schon seit jeher mit dem ‚Go Green‘-Siegel ab. Wo immer möglich, versuchen wir auf Kunststoffverpackungen zu verzichten und bei uns im Unternehmen anfallende Verpackungen wieder zu verwenden“, erklärt Marianne Mrugalla. Auch bei den Lieferanten achtet das Kartenkaufhaus auf eine genaue Auswahl: Das Unternehmen bezieht seine Ware bevorzugt von Lieferanten, die in Deutschland oder zumindest in Nachbarländern produzieren und FSC-zertifizierten Karton verwenden. Damit werden die Transportwege des Unternehmens möglichst kurz gehalten.

Das Kartenkaufhaus hat Grund zum Feiern

Und auch, wenn es sich bei dem Kartenkaufhaus noch immer um ein Unternehmen mit kleinem Mitarbeiterstamm handelt, bleibt das Team am Zahn der Zeit: In der nächsten Zeit sollen die normalen Marketing-Aktivitäten ausgedehnt werden und das Team will sich mit den Auswirkungen des sprachgesteuerten Einkaufs auf sein Geschäft beschäftigen. Doch in diesem Jahr steht erst einmal eine Feier an: Denn im Jahr 2020 wird das Kartenkaufhaus volljährig.

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