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Der frühe Vogel

Die Bundesregierung will heute das nächste Hilfspaket vorstellen

Veröffentlicht: 23.03.2020 | Geschrieben von: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 23.03.2020
Angela Merkel

Die Bundesregierung will weitere Hilfspakete zur Unterstützung von Unternehmen in der Coronakrise vorstellen. Wie Reuters berichtet, soll das nächste Hilfspaket am heutigen Montag vorgestellt werden – Regierungskreisen zufolge handele es sich um ein Maßnahmenbündel für Solo-Selbstständige und Kleinstbetriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern, wie es bereits zuvor hieß. Es seien direkte Hilfen von 40 bis 50 Milliarden Euro geplant.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier betonte, dass Selbstständige, Handwerker und Mittelständler in der Krise zusätzlichen Schutz bräuchten. „Dazu sind auch direkte Zuschüsse notwendig“, so Altmaier. Diese Zuschüsse sollen Regierungskreisen zufolge für Betriebsmittel genutzt werden und können auch zur Begleichung von Rechnungen, Mieten und Leasingverpflichtungen dienen. 

Der Händlerbund hatte sich vor dem Wochenende in einem offenen Brief an die Minister Altmaier, Lambrecht und Scholz gewandt und schnelle Hilfsmaßnahmen für kleine und mittelständische Online-Händler gefordert. „In der gegenwärtigen Situation ist der Online-Handel so wichtig wie noch nie“, heißt es in dem Schreiben. Für viele Händler sei aber „schon jetzt erkennbar, dass die Krise sie im Bestand ihrer Existenz bedroht“.

Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte in einer Antwort, dass es die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise so gering wie möglich halten wolle. Die Vorschläge und Forderungen des Händlerbundes sollen im weiteren Prozess berücksichtigt werden.

Hermes stellt jetzt auch kontaktlos zu

Um seine Paketboten und Kunden besser zu schützen und die Ausbreitung von Sars-CoV-2 einzudämmen, hat nun auch Hermes ein System zur kontaktlosen Zustellung aufgesetzt. Dabei soll bei der Paketübergabe der dringend gebotene Sicherheitsabstand zwischen Paketboten und Empfänger eingehalten werden, wie das Unternehmen erklärt. Hermes hat zudem eine Lösung entwickelt, sodass Kunden den Empfang trotzdem quittieren können.

Die Kunden quittieren den Erhalt ihrer Sendung künftig direkt auf dem Versandlabel ihres Pakets, danach fotografieren die Zusteller mit ihrem Scanner Unterschrift und Angaben auf dem Label. Die Handscanner der Boten seien bereit mit einer Kamera ausgestattet, die auf den Geräten installierte Zustell-App wurde nun durch eine Fotoverarbeitungsfunktion erweitert. 

Durch die Quittierung des Empfangs auf diese Weise sei auch im Reklamationsfall eine lückenlose Übergabedokumentation sichergestellt. „Es ist uns gelungen, diese neue Lösung innerhalb weniger Tage von der Idee über die Entwicklung bis in den operativen Betrieb zu bringen“, erklärt Marco Schlüter, COO bei Hermes Germany.

Deutsche zahlen häufiger kontaktlos

Das Bargeld hat zwar nach wie vor einen hohen Stellenwert bei den Deutschen, doch die Coronakrise führt beim Bezahlen an der Kasse zum Umdenken: In den vergangenen Tagen sei mehr als die Hälfte aller Girocard-Zahlungen kontaktlos getätigt worden, berichtet Heise Online. Im Dezember lag der Anteil noch bei 35 Prozent. Das habe die Deutsche Kreditwirtschaft verkündet. 

Der Handel hatte sich bislang gegen digitale Bezahlmöglichkeiten gesträubt, weil die Zahlungsdienstleister Gebühren erheben. 2015 hatte die EU allerdings die Tranfergebühren beim Einsatz von Kredit- und anderen Bankkarten gedeckelt. Seitdem ist auch in Supermärkten das kontaktlose Bezahlen immer stärker umgesetzt worden.

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