Der frühe Vogel

Regierung stoppt Zahlung von Coronahilfen – wegen Betrugs in vermeintlicher Millionenhöhe

Veröffentlicht: 10.03.2021 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 12.03.2021
betrug mit falscher Identität_ Weiße Maske auf schwarzem Grund

Offenbar ist es bei den Coronahilfen zu einem umfassenden Betrug gekommen: Die Bundesregierung hat dazu auf ihrer Website einen kurzen Vermerk eingestellt. Darin heißt es, dass in einigen Fällen der Verdacht bestehe, „dass unrechtmäßig staatliche Hilfsgelder erschlichen wurden“. Ermittlungen seien bereits durch die entsprechenden Stellen eingeleitet worden. Auch sein Bedauern drückte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in Kürze aus: „Schade, dass hier versucht wird, die Not unserer Unternehmen in der Coronakrise auszunutzen und sich die von vielen dringend benötigte staatliche Hilfe zu ergaunern.“

Weiterführende Informationen finden sich auf der Seite nicht. Allerdings berichtet Business Insider im Rahmen eigener Recherchen, dass es sich um einen groß angelegten Betrug handele, bei dem Unbekannte ein Schlupfloch ausgenutzt und nicht nur Landesbehörden, sondern auch das Bundeswirtschaftsministerium selbst getäuscht hätten. Konkret betroffen seien mehrere Coronahilfen, nämlich sowohl die November- und Dezemberhilfen als auch die Überbrückungshilfen I bis III, die gezielt für Firmen, Selbstständige, aber auch Vereine aufgesetzt wurden.

Mit Bekanntwerden des Betrugs habe das Wirtschaftsministerium in der vergangenen Woche einerseits die zuständigen Ermittlungsbehörden eingeschaltet und andererseits – und das schadet gerade jenen Unternehmen, die auf die Gelder angewiesen sind – auch die Coronahilfen selbst gestoppt. „Aktuell gibt es für kein Unternehmen, das November- und Dezemberhilfen sowie Überbrückungshilfen beantragt hat, die oft so dringend benötigten Abschlagszahlungen vom Bund. Vom Restaurant über Hotels bis zum Einzelhändler – alle notleidenden Firmen sind demnach betroffen“, schreibt Business Insider. Zur genauen Höhe des Schadens könne bisher noch keine Aussage getroffen werden, wobei jedoch über einen Schaden in Millionenhöhe gemutmaßt wird.

Was hingegen bekannt ist, ist die Vorgehensweise der Betrüger: Wie es heißt, hätten sich Unbekannte mithilfe falscher Identitäten beim Wirtschaftsministerium als sogenannte „prüfende Dritte“ eintragen lassen. Diese dritten Parteien sind in der Regel etwa Steuerberater und übernehmen in der Praxis die Beantragung der Coronahilfen für Firmen, da die Unternehmen selbst die Beantragung nicht durchführen dürfen. In dieser falschen Rolle als „prüfende Dritte“ hätten die Betrüger dann Coronahilfen für echte Unternehmen beantragt und bei der Auszahlung schließlich selbst eingesteckt.

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums habe mittlerweile bestätigt, dass Abschlagszahlungen derzeit geprüft würden und darüber hinaus „kurzfristig angehalten“ wurden. Wann genau die Auszahlungen wieder anlaufen, ist nicht bekannt, sie sollen „in Kürze“ wieder verfügbar sein.

Update, 12.03.2021: Die Bundesregierung hat die Auszahlung der Coronahilfen wieder aufgenommen.

Edeka verkauft eigenen Lieferdienst Bringmeister

Edeka stößt seinen hauseigenen Lieferdienst Bringmeister ab. Dieser gehört seit Anfang 2017 zu Edeka und wurde damals von Kaiser’s Tengelmann übernommen. Allerdings machte der Dienst in den vergangenen Jahren eher keine größeren Schlagzeilen rund um die Lieferung von Lebensmitteln. Eine groß angelegte Weiterentwicklung oder einen Ausbau des Services blieb größtenteils aus. Bisher steht er Kunden ausschließlich in Berlin, Potsdam und München zur Verfügung.

Nach Angaben des Handelsblattes handelt es sich bei dem Käufer um den tschechischen Investor Rockaway, der auf seinem Heimatmarkt selbst in der Branche aktiv ist sich dabei auf Lieferungen innerhalb von drei Stunden spezialisiert hat. „Ob auch Bringmeister auf das Konzept umgestellt wird, ist noch unklar“, heißt es weiter. Die etwa 260 Arbeitsplätze in den Bereichen Logistik, Einkauf, IT und Verwaltung sollen trotz der Übernahme erhalten bleiben. 

Zalando-Studie: Digitale Modeumsätze werden den stationären Handel überholen

Noch hat der stationäre Modehandel die Nase vorn, aber schon bald könnten die Umsätze von Online-Mode die Führung übernehmen. Zumindest, wenn man einer Studie des Online-Riesen Zalando glaubt. Im Rahmen einer Befragung der Partnermarken des Marktplatzes wurde deutlich, dass diese Marken einen massiven Anstieg ihrer Geschäfte erwarten: Bereits in zwei Jahren, also 2023, soll ihr Online-Umsatzanteil nach eigenen Angaben auf 57 Prozent angewachsen sein. „Dieser Anteil lag 2019 noch bei 39 Prozent, gaben die 118 befragten Markenpartner an“, schreibt FashionUnited

„Wir sehen, dass Menschen, die einmal online eingekauft haben, selten wieder völlig davon abkommen”, wird Andreas Antrup, Senior Vice President Marketing bei Zalando und Chef von Zalando Marketing Services. „Es gibt Millionen von Europäern, die letztes Jahr zum ersten Mal Mode online gekauft haben und es wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren weiter tun werden.“ Demzufolge sei von weiterem Wachstum in der E-Commerce-Branche auszugehen.

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