Der frühe Vogel

Ikea muss Millionenstrafe wegen Spionage von Mitarbeitern zahlen

Veröffentlicht: 16.06.2021 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 16.06.2021
Ikea Filiale in Frankreich

In Frankreich wurde Ikea zu einer Geldstrafe in Höhe von 1 Million Euro verurteilt. Das schwedische Möbelhaus hatte mindestens seit dem Jahr 2009, möglicherweise auch bereits seit dem Jahr 2000, jahrelang die eigenen Angestellten ausspioniert und darüber hinaus Kundenprofile erstellt. Unter anderem soll Ikea mit Unterstützung von Polizisten persönliche Informationen wie etwa Vorstrafen erhalten haben. 2012 wurde der Skandal enthüllt, Ende März 2021 war der entsprechende Strafprozess in Versailles gestartet.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine doppelt so hohe Geldstrafe für den Konzern gedrängt. Für die französische Gewerkschaft CGT war die Strafe etwas zu niedrig ausgefallen, doch es sei die Symbolik, die hier zähle, so eine Anwältin der CGT laut Reuters. Frankreich ist für Ikea der drittgrößte Markt, 10.000 Angestellte hat das Unternehmen dort insgesamt. 

Der verantwortliche Manager für das Risikomanagement hatte vor Gericht erklärt, dass pro Jahr 530.000 bis 630.000 Euro für diese Art Spionage bereitgestellt worden seien – Anweisungen habe man von Jean-Louis Baillot, dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden von Ikea Frankreich erhalten, schreibt die Tagesschau zum Thema. Baillot habe die Vorwürfe zurückgewiesen, er erhielt eine Geldstrafe von 50.000 Euro und zwei Jahre Haft auf Bewährung. Weitere Strafen für Beteiligte, darunter auch jene, die für illegale Beschaffung von Akten zuständig waren, reichten von einer Geldstrafe von 5.000 Euro bis zu mehreren Gefängnisstrafen auf Bewährung.

Konzern-Mutter Ingka erklärte Reuters zufolge zu den Geschehnissen: „IKEA Retail France hat die Praktiken aufs Schärfste verurteilt, sich entschuldigt und einen umfangreichen Aktionsplan umgesetzt, um zu verhindern, dass so etwas noch einmal passiert.“ Man überprüfe nun die Gerichtsentscheidung, um zu sehen, ob weitere Maßnahmen erforderlich seien.

Galeria Karstadt Kaufhof soll zweiten Staatskredit erhalten

Galeria Karstadt Kaufhof soll erneut Finanzhilfe der Bundesregierung erhalten. Statt der erhofften 200 Millionen Euro wurde diesmal allerdings ein Darlehen von 110 Millionen Euro bewilligt, meldet Businessinsider mit Verweis auf das Handelsblatt. Die Warenhauskette hatte Anfang des Jahres vom staatlichen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) ein erstes Darlehen über 460 Millionen Euro erhalten. 

Noch stehe die Auszahlung des zweiten Darlehens allerdings aus, da Uneinigkeit zwischen dem Bundeswirtschaftsministerium und Finanzministerium bestehe. Letzteres will den Karstadt-Eigentümer René Benko stärker an der Rettung des Unternehmens beteiligen, indem dieser zehn Prozent der Kreditsumme als Sicherheit hinterlegt. Benko hat bislang einen hohen dreistelligen Millionenbetrag zur Konzernrettung beigesteuert. Das Wirtschaftsministerium drängt indes auf eine schnellere Freigabe, man wolle Benko nicht unter Druck setzen – wichtiger sei es, die 131 Innenstadtfilialen und 17.000 Arbeitsplätze zu sichern. Benko wolle keine weiteren Filialen mehr schließen, heißt es.

Flaconi führt Impfinitiative durch

Der Online-Beauty-Händler Flaconi hat u. a. am vergangenen Wochenende seinen Beschäftigten und nahen Angehörigen in einer groß angelegten Kampagne die Möglichkeit gegeben, sich eine Covid-19 Erstimpfung mit dem Impfstoff von Biontech geben zu lassen. Rund 320 Personen hätten das Angebot wahrgenommen, sie sollen in wenigen Wochen ebenfalls via Flaconi die zweite Impfung erhalten können, wie das Unternehmen mitteilt. Koordiniert wurde die Impfaktion von 14 eigenen Angestellten.  

Man könne so einen Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit des Teams leisten, erklärte Anjuli Mauer, Head of People & Culture bei Flaconi. Man informiere seit Beginn der Pandemie alle Beschäftigten proaktiv zu Inzidenzwerten, lokalen und nationalen Verordnungen, was insbesondere das internationale Team positiv aufnahm, so Flaconi. Darüber hinaus führte das Unternehmen strenge Hygieneaßnahmen, Remote-Work für alle, regelmäßige Testmöglichkeiten und extra Urlaubstage für Eltern zur Entlastung ein.

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