Nach geglückter Übernahme

Zooplus wird nach Verkauf von der Börse genommen

Veröffentlicht: 08.11.2021 | Geschrieben von: Ricarda Eichler | Letzte Aktualisierung: 08.11.2021
Katze am Taschenrechner

Die Bieterschlacht um Zooplus war bereits von außen spannend zu beobachten. Noch viel spannender dürfte der Prozess für die Aktionäre des Heimtierbedarfsunternehmens gewesen sein. Innerhalb von nur drei Monaten hat sich der Aktienkurs um ganze 85 Prozent erhöht, wie das Manager Magazin berichtet. Wie bereits zuvor angekündigt, wollen die neuen Eigentümer – ein Zusammenschluss der vorherigen Rivalen Hellman & Friedman sowie EQT – Zooplus nun von der Börse nehmen und bieten den Aktionären dafür 480 Euro pro Aktie an. 

Zooplus großer Gewinner an der Börse

Noch im August sagte der Zooplus-Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Heinz Holland zur damals geplanten Übernahme durch Hellman & Friedman: „Die Transaktion ist im besten Sinne unserer Kunden, Partner und Mitarbeiter und schafft sofortigen Wert für unsere Aktionäre“. Damals lautete das Angebot noch 390 Euro je Aktie. Doch dank des gegenseitigen Hochschaukelns der Interessenten konnte dieses Angebot bis zur finalen Übernahme, vergangene Woche, um weitere 90 Euro je Aktie gesteigert werden. 

Dank des erhöhten Angebotes liegt die finale Bewertung des Unternehmens inzwischen bei 3,7 Milliarden Euro. Der Bieterkampf war aber nicht der einzige Werttreiber für Zooplus. Das Unternehmen konnte auch deutlich von der Coronapandemie profitieren. Familien legten sich neue Haustiere zu oder lernten die bestehenden im Lockdown neu kennen. Beide Faktoren führten schließlich dazu, dass der Aktienkurs der Zooplus-Aktie seit Januar 2021 um ganze 500 Prozent zugelegt hat, so das Manager Magazin.

Die Aktionäre, welche zur Übernahme vergangene Woche noch nicht verkauft hatten, haben nun noch eine erweiterte Annahmefrist bis 22. November. Die gebotenen 480 Euro sollten hier eigentlich deutlich für einen Verkauf sprechen. Dem Handelsblatt zufolge lauteten die ersten Kursprognosen im Mai noch 185 Euro.  

Jahresprognose dank Übernahmekosten reduziert 

Der Abgang von der Börse war bereits länger geplant und soll dem Unternehmen vor allem weitreichende Möglichkeiten zur Expansion im europäischen Heimtiermarkt geben. Das Unternehmen muss aber zunächst die Kosten der Übernahme abfedern. Laut Handelsblatt rechnet Zooplus mit Transaktionskosten im zweistelligen Millionenbereich. Dies senkt die aktuelle Prognose deutlich. Rechnete man zuvor mit einem Ebitda zwischen 40 und 80 Millionen Euro, soll dieser nunmehr nur noch zwischen 20 und 35 Millionen liegen. 

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