Der frühe Vogel

Galeria erhält zweiten millionenschweren Staatskredit

Veröffentlicht: 25.01.2022 | Geschrieben von: Hanna Behn | Letzte Aktualisierung: 25.01.2022
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Auch weiterhin wird der Staat die Warenhauskette Galeria vor einer möglichen, erneuten Insolvenz bewahren. Die Bundesregierung wird offenbar am heutigen Dienstag die Entscheidung über eine Bewilligung weiterer Hilfen bekannt geben, der interministerielle Ausschuss des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) solle diese im Anschluss absegnen, meldet das Handelsblatt mit Verweis auf Insider.

Demnach soll der Konzern eine stille Beteiligung, voraussichtlich in Höhe von 240 Millionen Euro erhalten. Eigentümer René Benko soll diese mit einem Eigenbetrag von 15 Prozent mitfinanzieren. Es ist der zweite Staatskredit für Galeria: Anfang 2021 hatte das Unternehmen bereits ein Darlehen von 460 Millionen Euro erhalten. Bereits im Zuge dessen waren weitere Hilfen nicht ausgeschlossen. Im Sommer des vergangenen Jahres wurde bereits bekannt, dass ein zweites Darlehen folgen und geringer als das erste ausfallen solle.

Im Dezember hatte der Finanzchef des Konzerns, Guido Mager, dann die Bitte um eine erneute Unterstützung öffentlich gemacht. Grund waren erneut schwindende Kundenzahlen aufgrund der 2G-Zugangsbeschränkungen für den Einzelhandel. Im Weihnachtsgeschäft habe Galeria Einbuße von etwa 40 Prozent verzeichnet, die auch das Online-Geschäft nicht auffangen konnte. Gleichzeitig musste der Konzern in Modernisierung, Logistik und E-Commerce investieren.

Metro zieht sich aus weiteren Märkten zurück

Der Großhandelskonzern Metro zieht sich aus Indien und Belgien zurück. Die dadurch frei werdenden Gelder sollen dann in die anderen Märkte gelenkt werden – der Fokus liege nun verstärkt wieder auf Europa, wie das Handelsblatt unter Berufung auf Branchenkreise schreibt. Metro selbst habe die Informationen nicht kommentiert. Die 17 Metro- und Makro-Filialen in Belgien würden seit mehreren Jahren Verluste schreiben und Gewerkschaftsorganisationen Umstrukturierungen erschweren. In Indien arbeiten die Märkte indes zwar profitabel, könnten aber nur mit erneut hohen Investitionen gegen die Konkurrenz bestehen. 

Gorillas plant Übernahme des französischen Lieferdienstes Frichti

Der Express-Lebensmittellieferant führt derzeit Übernahmegespräche mit dem 2015 gegründeten Lieferpionier Frichti. Das Unternehmen aus Frankreich beliefert 450.000 Kundinnen und Kunden in acht zentralen Städten in Frankreich und Belgien mit Lebensmitteln, Eigenprodukten und Fertiggerichten. Das Sortiment und auch die Eigenmarken von Frichti stellten Gorillas zufolge eine ideale Ergänzung für die eigenen lokalen Partnerschaften und Produkte dar.  

„Unsere spannenden Diskussionen und unser geteiltes Verständnis von dem, was wir erschaffen möchten, sind im besten Sinne aufregend. Gemeinsam möchten wir Kundinnen und Kunden unmittelbaren Zugang zu essentiellen Bedürfnissen verschaffen. Ich freue mich sehr auf die neue Partnerschaft und darauf, Frichti in der Gorillas-Familie begrüßen zu dürfen“, so Gorillas-CEO Kagan Sümer, Gründer und CEO von Gorillas. Frichti sieht in Gorillas den richtigen Partner, um den nächsten Schritt der globalen Expansion zu gehen. Beiden Unternehmen wollen gemeinsam die nächste Generation der On-Demand-Lieferung in Europa und darüber hinaus gestalten, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.

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