Der frühe Vogel

Russland-Sanktionen: Größter deutscher Kondomhersteller ist insolvent

Veröffentlicht: 27.04.2022 | Geschrieben von: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 27.04.2022
Mann und Frau im Bett mit Kondom

Der niedersächsische Kondomproduzent CPR ist offenbar nicht mehr zahlungsfähig und musste Insolvenz beantragen. Entsprechende Informationen gehen aus Unterlagen des Amtsgerichts Hildesheim hervor, die jüngst veröffentlicht wurden. Als vorläufige Insolvenzverwalterin wurde Rechtsanwältin Karina Schwarz eingesetzt, berichtet die WirtschaftsWoche.

Laut eigenen Angaben liegt die hauseigene Produktionshöhe von CPR bei mehr als 200 Millionen Kondomen im Jahr, was den Hersteller zum größten Kondomhersteller Europas mache. Das Unternehmen exportiere die Produkte in eine Vielzahl von Ländern. Ein Viertel des Umsatzes sei zuletzt auf dem russischen Markt erzielt worden – was wohl die aktuelle Schieflage begründet: Nach dem militärischen Angriff Russlands auf die Ukraine hatte der Westen verschiedene Finanzsanktionen aufgesetzt, durch die etwa „Lieferungen nicht mehr in Euro abgerechnet werden“ konnten, heißt es weiter. Bei der Insolvenz des Kondomspezialisten handele es sich demnach um einen der ersten deutschen Fälle, bei denen die Insolvenzen in direktem Zusammenhang mit den Russland-Sanktionen stünde.

Für CPR handelt es sich indes nicht um die erste problematische Firmensituation der vergangenen Jahre: Bereits zuvor war das Unternehmen aus Sarstedt in die Insolvenz gerutscht. Der Status konnte allerdings im Frühjahr 2020 aufgehoben werden. Das Portfolio von CPR umfasst neben Sico-Produkten auch einige Eigenmarken wie Mein Kondom oder Crazy Monkey.

Google-Mutter Alphabet legt schwache Zahlen vor

Das erste Quartal 2022 lief für den Google-Mutterkonzern Alphabet weniger gut als erwartet: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz um 23 Prozent auf 68 Milliarden Dollar, was die Analysten nicht zufriedenstellte. Der Gewinn sackte von 17,9 Milliarden Dollar auf rund 16,4 Milliarden Dollar ab. Die Ergebnisse ließen die Aktie von Alphabet nach Börsenschluss um rund fünf Prozent abknicken.

Als wirtschaftliche Bremse wurden unter anderem die Folgen des Ukraine-Krieges genannt. Sorgen um die Konjunktur hatten sich demnach in Teilen negativ auf die Ausgaben für digitale Werbung ausgewirkt. Hinzu kommen statistische Effekte, die sich im aktuellen Quartal noch stärker zeigen sollen.

Besonders wichtig ist und bleibt das Anzeigengeschäft, das im Vergleich mit dem Vorjahr um 22,3 Prozent auf 54,66 Milliarden Dollar wuchs. „Dabei kletterten die Anzeigenerlöse bei YouTube um gut 14 Prozent auf knapp 6,9 Milliarden Dollar. Die Videoplattform steht unter anderem im Wettbewerb mit der App Tiktok, deren Popularität zuletzt etwa Facebook zu spüren bekam. Google verweist dagegen darauf, dass auf YouTube jeden Monat mehr als zwei Milliarden Nutzer zugreifen und das Konkurrenzformat Shorts breit genutzt werde“, heißt es in einer dpa-Meldung bei der Süddeutschen. Außerdem legte der Umsatz im Cloud-Sektor um fast 44 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar zu. 

Aldi erhöht den Mindestlohn

Die Discounterkette Aldi hebt den Mindestlohn für seine Angestellten an: Der Mindestsatz für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll ab Juni 2022 nicht mehr 12,50 Euro, sondern 14 Euro pro Stunde betragen. Dies gelte für beide Schwester-Firmen, also sowohl für Aldi Nord als auch für Aldi Süd. Als Begründung nannte Aldi die finanziellen Herausforderungen, mit denen Bürger derzeit in Deutschland kämpfen: „Alles wird aktuell teurer, und das spüren natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, wird ein Unternehmenssprecher von der Tagesschau zitiert.

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