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Nach Kritik: Ebay ändert Bewertungssystem

Veröffentlicht: 11.09.2015 | Autor: Tina Plewinski | Letzte Aktualisierung: 02.03.2016

Nachdem Anfang 2014 die sogenannte Mängelquote angekündigt wurde und im Zuge der Einführung viele Händler ihren Status als Verkäufer mit Top-Bewertung verloren, war der Ärger und die Aufregung groß. Viele Händler fühlten sich ungerecht behandelt. Doch nun scheint sich Ebay ein Herz zu fassen und will das Bewertungssystem so weit ändern, dass es für die Händler fairer wird.

Ebay Logo auf mobilem Screen

10 FACE / Shutterstock.com

Das Ebay Herbst-Update naht! Und obwohl viele Händler die regelmäßigen Änderungen aus Prinzip fürchten, könnte es durchaus passieren, dass in diesem Jahr einige Händler erfreut auf Neuerungen reagieren – denn Ebay verspricht, dass das neue Bewertungssystem ein großer Schritt nach vorne ist und alles in allem auf mehr Fairness bringt.

Eines der Hauptkritikpunkte am bestehenden Ebay-Bewertungssystem sei nach Aussagen von Gleb Loumer, Director Seller & Buyer Experience bei eBay Deutschland, vor allem die fehlende Objektivität und der starke Fokus auf subjektiven Kundenbewertungen gewesen. Besonders die Willkür in den (negativen) Bewertungen stellte die Händler immer wieder vor große Probleme. Dies soll sich nun jedoch ändern. Um ein konkretes Datum zu nennen: Die neuen Verkäuferstandards werden ab Februar 2016 umgestaltet und sollen Verkäufern „eine bessere Kontrolle über Ihren Servicestatus“ ermöglichen.

Bewertungssystem: Die Änderungen im Einzelnen

Die Bewertungen durch die Käufer sowie die detaillierten Verkäuferbewertungen entfallen künftig aus der Berechnung der Mängelquote und gehen somit auch nicht mehr in die Verkäuferstandards ein. In Zukunft werden die Bewertungen „nur noch“ im System gespeichert und können von den Ebay-Nutzern eingesehen und nachverfolgt werden – ohne jedoch in die Standardberechnung einzufließen.

Wenn ein Problem zwischen Käufer und Verkäufer erfolgreich geklärt wird, dann wertet Ebay offene Fälle künftig nicht mehr als Mangel. Mit diesem Schritt möchte Ebay die Händler belohnen, wenn sie sich mit den Problemen von Kunden auseinander setzen und diese zu einer Lösung führen können.

Künftig basiert die Mängelquote nur noch auf folgenden Kriterien: Erstens, auf dem Abbruch eines Kaufs durch den Händler selbst. Und zweitens, auf eskalierten Fällen, die von eBay geschlossen werden, ohne dass diese durch die Händler geklärt werden.

Als neues Kriterium rückt Ebay das Thema des fristgerechten Versands in den Mittelpunkt. Der neue Aspekt wird folgendermaßen beschrieben: „Verkäufer profitieren von dem neuen Bewertungskriterium, wenn sie innerhalb der von ihnen angegebenen Bearbeitungszeit den verkauften Artikel versenden und eine gültige Sendungsnummer hochladen. Der Versandstatus muss die Einlieferung beim Versanddienstleister bestätigen. Wenn keine Sendungsnummer vorliegt, muss der Käufer die fristgemäße Lieferung bestätigen.“ Heißt: Wenn Händler die Ware zu spät verschicken, kann sich dies in puncto Bewertungssystem negativ auswirken.

Was ist nun aber mit jenen Händlern, die geringpreisige Produkte verkaufen und daher auf den Versand via Paket bzw. mit Trackingnummer verzichten? Was passiert, wenn der Käufer die fristgerechte Lieferung nicht bestätigt? – Gleb Loumer von Ebay Deutschland hat uns diese Frage beantwortet: Ebay wird die Meldung nur dann auswerten, wenn vom Käufer auch eine Rückmeldung kommt. Wenn der Kunde sich als nicht meldet, dann wird dieser Fakt auch nicht negativ gegen den Händler verwendet. – Mit diesem Statement dürfte vielen Händlern ein Stein vom Herzen fallen.

Im Großen und Ganzen geht Ebay mit den Neuerungen wohl einen Schritt auf die Händler zu und will das Bewertungssystem objektiver gestalten. Ob damit alle Wünsche und Hoffnungen der Verkäufer erfüllt werden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

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