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Neues Verteilzentrum: Amazon startet eigenen Paketdienst in Berlin

Veröffentlicht: 24.05.2016 | Autor: Michael Pohlgeers | Letzte Aktualisierung: 24.05.2016

Nach erfolgreicher Pilotphase des eigenen Paketverteilzentrums in München hat Amazon nun auch das Verteilzentrum in Berlin in Betrieb genommen. Damit hat der Online-Händler nun die eigene Paketzustellung in der Hauptstadt aufgenommen – und ein größeres Lager ist bereits im Bau.

Amazon Pakete vor Wohnungstür

Bildquelle: Frank Gaertner / Shutterstock.com

Amazon liefert nun auch in Berlin Pakete selbstständig aus: Von Berlin-Tegel aus beliefern 90 Paketboten von fünf festen Transportpartnern die Amazon-Kunden in der Hauptstadt. Vor allem in Charlottenburg-Wilmersdorf und Berlin Mitte sind die Fahrer aktiv und bringen bis zu 10.000 Sendungen pro Tag zu den Kunden. Diese Maximalkapazität soll Schritt für Schritt noch ausgebaut werden, berichtet die Deutsche Verkehrs-Zeitung (DVZ). Dazu baut Amazon auch bereits eine 15.000 m² große Logistikanlage in Berlin. Die erste Halle bietet bislang 7.000 m² Umschlagsfläche.

Erfahrungen aus München helfen

Bei dem Aufbau des eigenen Paketdienstes in der Hauptstadt verlässt sich Amazon vor allem auf die Erfahrungen aus München. Dort startete das Unternehmen seinen eigenen Lieferdienst im Oktober vergangenen Jahres. „Wir haben von unserem Pilotversuch in München viel gelernt“, erklärt Bernd Schwenger, Director Amazon Logistics. So müssen die Fahrer in Berlin auch kaum noch Sortieraufgaben übernehmen: Rund 40 Mitarbeiter stellen die Boxen mit den auszuliefernden Paketen für die jeweilige Tour direkt zum Tor. Die Fahrer müssen die Sendungen dann nur noch in ihre Fahrzeuge laden. Das verkürze die Umschlagzeit pro Fahrzeug um bis zu acht Minuten.

Ganz Berlin kann Amazon mit dem eigenen Paketdienst aber nicht abdecken. „Dafür ist die Stadt einfach zu groß“, räumt Schwenger ein. Deshalb konzentriere sich das Logistikteam zunächst auf den Nordwesten und die Mitte der Stadt. Bei der Erschließung der Hauptstadt will Amazon schrittweise vorgehen: Zunächst soll ein Postzahlengebiet vollständig abgedeckt werden, bevor das nächste angegangen wird. In München war Amazon noch anders vorgegangen und „schnell in die Breite gewachsen“. Dagegen „gehen wir in Berlin mehr in die Tiefe“, erklärt Schwenger.

Amazon will Elektro-Vans einsetzen

Bei der Umsetzung des eigenen Paketdienstes in Berlin arbeitet Amazon mit AZ Logistik, DRS Postservice, Interkep, Liefery und TVS Autoserv zusammen. Amazon gibt dabei vor, welche Fahrzeugtypen bei der Auslieferung verwendet werden und stellt zudem Routensoftware und Hardware zur Verfügung. Die Fahrer werden allerdings von den Dienstleistern disponiert.

Für die Zukunft plant der Amazon-Logistikmanager, Elektro-Vans für die Auslieferung zu nutzen. Doch dem steht vor allem noch eines entgegen: Mangelnde Lademöglichkeiten. In der Nähe der Halle in Berlin-Tegel zeuge allerdings eine Baustelle vom Bestreben, einen Starkstromanschluss zu verlegen. Im Juli soll der Anschluss es dann ermöglichen, Elektro-Autos am Lager aufzuladen. Schwenger wolle dann auch mindestens 15 Elektro-Transporter in der Zustellung einsetzen.

Amazon hatte erst vor zwei Wochen seinen Schnell-Lieferservice Amazon Prime Now in Berlin gestartet. Damit haben Prime-Kunden die Möglichkeit, ihre Produkte innerhalb von 60 Minuten oder innerhalb eines wählbaren zweistündigen Zeitfensters zu erhalten.

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